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Aggression, Angst und beteiligte Hormone

  • Hat das Thema erstellt Altdeutsche
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Altdeutsche

Gast
#1
Guten Tag!

Ich habe mich gerade registriert, weil mir ein komplexes Thema unter den Nägeln brennt und mich die Informationen aus dem Internet nicht zufrieden stellen.

Folgenden Text habe ich kürzlich in einer internen Vereinszeitung gelesen:

"Ja, wer hätte gedacht, dass bei Hündinnen der Testosteronspiegel viel niedriger ist als beim Rüden. (Ist ja klar! Oder!)

Das bedeutet, dass Hündinnen nicht so ängstlich sind wie Rüden und deshalb nicht so schnell aggressiv reagieren. Hündinnen haben untereinander weniger ritualisierte Aggressionshemmungen als Rüden! Sollte es zu einem Kampf zwischen Hündinnen kommen, muss man ..... die Tiere trennen."

Ich habe diesen Text bewusst nicht in eines der unzähligen Hundeforen gestellt, da ich mich rein für die verhaltensbiologische Erklärung interessiere, da ja das Aggressionverhalten bei allen (weiblichen) (Säuge)Tieren ähnlich ist, oder sich auf die gleichen Ursachen begründet.

Ich bin der Meinung, der ganze Text ist ein einziger Widerspruch in sich und mir stellen sich folgende Fragen:

Testosteron ist kein Hormon, das sich direkt auf Angst auswirkt, im Gegenteil, bewirkt nicht gerade ein hoher Testosteronspiegel, weniger Angst?

Gibt es überhaupt eine Verbindung von Angst mit dem Geschlecht, oder ist das vollkommen individuell auf die jeweiligen Erfahrungen oder auch auf genetische Einflüsse zurückzuführen?

Das Weibchen weniger Testosteron besitzen als Männchen ist unbestritten. Welche Hormone oder Einflüsse bewirken aber dann Aggressionen bei Weibchen und warum sind Kämpfe bei Weibchen oft wesentlich brutaler und blutiger als bei Männchen?
Was hat es mit diesen "ritualisierten Aggressionshemmungen" auf sich?

Auf eine Antwort und viele Kommentare zu dem Text würde ich mich sehr freuen.
Vielleicht kennt jemand auch noch einige gute Internetseiten zu dem Thema und Quellenangaben, woher ihr Euer Wissen in den Antworten habt interessieren mich auch sehr.

Grüße Altdeutsche
 

Elsi

Moderator
Moderator
#2
Naja, Weibchen haben ja auch Testosteron, wenn auch in geringeren Mengen als Männchen. Aber wenn da die Ausschüttung erhöht wird kann ja auch ein Weibchen aggressiv werden. Ich könnte mir vorstellen dass Adrenalin auch zu Aggressivität führt, bin mir aber nicht ganz sicher. Das Testosteron ängstlich macht hab ich jetzt nicht gefunden. Aber ich hab auch nicht wirklich danach gesucht.
Ich denke diese "ritualisierte Aggressionshemmung" bedeutet dass männliche Hunde auf bestimmte Reize reagieren, die bei den weiblichen nichts bringen. Wenn einer der Kämpfenden z.B. den Schwanz einzieht und weggeht wird der andere ihn wahrscheinlich in Ruhe lassen weil er damit den Kampf gewonnen hat. Vielleicht wäre das bei einem Kampf zwischen Hündinnen nicht so.
 
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