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Biologie studieren, nur was genau?!?

  • Hat das Thema erstellt Nokilexx
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Nokilexx

Gast
#1
Hi,
ich bin gerade im "Endstadium" der Schule und würde nach dem Abitur gerne Biologie studieren. Doch ich weiß nicht, was danach. Ich kann ja nicht einfach Biologie studieren und fertig, doch ich habe leider kaum Ahnung, was man mit einem BioStudium alles machen kann. Es interessieren mich vor allem die Themen Genetik, Verhaltensforschung aber auch Neurobiologie.
Mir wurde schon oft der Vorschlag gemacht, Bio einfach auf Lehramt zu studieren, doch da bin ich mir nicht so sicher, ob ich als Lehrerin enden will ;)
Kennt jemand vielleicht eine Seite, oder kann mir sagen, wie ich mich bei einem BioStudium spezialisieren kann, oder eher gesagt auf was und was für Berufschancen und -möglichkeiten es dann gibt?
Danke
:)
 
B

Borotin

Gast
#2
Nun, bei einem Biologie-Studium auf Diplom beginnt man im Allgemeinen mit einem sämtliche biologischen Teilgebiete umfassenden Grundstudium. Danach kann man sein Vordiplom ablegen, dessen Anforderungen aber von Uni zu Uni variieren. Somit erhält man Zugang zum Hauptstudium, in welchem man sich ein Haupt- und je nach Uni mehrere Nebenfächer aussuchen kann/muß in welchen man Vorlesungen und Praktika besuchen muß.

Ich kann dir keider nur sagen wie es an meiner Uni (TU Kaiserslautern) genau ist, aber dazu kannst du dir das hier ansehen: Wahlmöglichkeiten an der TU KL

Kannst dich ja mal auf der Seite umsehen was man in den einzelnen Abteilungen so am Forschen ist. So eine Seite solltest du bei jeder Uni finden.
 
N

Nokilexx

Gast
#3
Danke, habe mich bei mehreren Unis schonmal umgesehen.
Doch eine Sache ist mir aufgefallen, wo ich mir nicht sicher bin:
Muss man sich vor Beginn des Studiums schon festlegen, ob man Biologie auf Diplom oder auf Lehramt (Gymnasium) studieren will?
Ich dachte immer, dass man erstmal das Grundstudium Biologie macht und man sich dann entscheiden kann, ob man weiter auf Diplom studiert, oder in die Lehramtschiene geht.
:confused:
 
B

Borotin

Gast
#4
Zumindest in Kaiserslautern muss man das vorher schon wissen. Aber ich denke mal das wird sonstwo auch nicht anders sein. Als Lehramtler benötigt man nämlich im Normalfall mindestens zwei Fächer, also nicht nur Biologie, sondern z.B. noch Chemie, Physik oder Mathe. Dabei muss man dann mehr Vorlesungen im Zweitfach besuchen als das im Diplom-Studiengang der Fall ist, dafür kann man sich aber einige Praktika sparen die die Diplomer machen müssen.
 

Netti

Moderator/in im Ruhestand
#5
Wenn du dir nicht sicher bist empfehle ich Bio auf Diplom zu studieren, da geht das wechseln auf Lehramt leichter, falls es dir doch nicht zusagt. Das weiß ich von einigen Leuten aus meinem Semester.
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#6
hallo,
da ich im moment fast das gleiche problem hab, hab ich mich, was unis angeht auch schon ein bisschen schlau gemacht.
bielefeld hat eine sehr große, moderne bio-fakultät und betreibt auch sehr viel forschung. (ich habe da auch schon ein -leider- eintägiges praktikum in der gentechnik gemacht, und das ist ja vielleicht auch eine gute möglichkeit, wenn man später selber in die forschung will.)
was ich besonders interessant finde, und was für mich auch der ausschlag sein wird, dorthin zu gehen, sollte ich wirklich bio studieren:
angeblich kann man dort das sezieren an computersimulationen üben, statt ein tier extra dafür umzubringen. ich habe kein problem damit, ein schweineauge o.ä. von einem tier, dass eh getötet wird zu sezieren, aber ich sehe echt nicht ein, warum jeder student (das bin ja nicht nur ich, sondern wirklich jeder, der bio studiert!) ein tier umbringen muss, nur um zu sehen, wie's von innen aussieht. und da kommt mir eine simulation sehr entgegen.

das hat mir eine praktikantin (oder wars ne referendarin? ) erzählt, die da studiert hat, ich weiß also nicht hundertprozentig , ob es stimmt.
 

Netti

Moderator/in im Ruhestand
#7
Im Grundstudium, speziell im Zoologiepraktikum muss man kein Tier töten, die werden vorher getötet und das auch nur, weil sie zu alt für die Forschung geworden sind. Sie müssten also sowieso sterben. Ich hab es mir auch schlimmer vorgestellt ein Tier aufzuschneiden, aber man wird sehr gut darauf vorbereitet und man lernt es meiner Meinung nach am "echten" Tier besser als an einem Programm. Außerdem ist es viel interessanter, da unsere Organe der der Ratte sehr ähneln und man doch sicher gerne mal sehen will, wie es in uns ungefähr aussieht.

Selbst wenn du im Zoologiepraktikum an einem Programm arbeitest, so musst du später im Grundstudium, in der Tierphysiologie, sowieso ein Tier töten, weil man die "frischen" Organe für die Versuche braucht (Bsp: schlagendes Herz, funktionstüchtiger Nerv, ...). Du wirst also in deinem Biologiestudium nicht umhin kommen ein Tier umzubringen, wenn du das nicht kannst, solltest du nicht Bio studieren. Aber wie gesagt, es ist nicht so schlimm und wenn man es richtig macht, tut es dem Tier nicht weh.

Wer noch fragen hat, kann diese gerne hier stellen oder mich anmailen! :)

MfG Netti
 
B

Borotin

Gast
#8
Und wenn du nicht gerade Botaniker werden willst wirst du nicht drumherum kommen ein Tier zu töten: auch in der Molekularbiologie benötigt man frische Organe.Und dann sollte man es besser an einem toten Tier geübt haben.
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#9
dann mach ich's halt nicht! :mad:
so gerne ich bio studieren würde (seit ich denken kann, ist das DER berufswunsch für mich), aber da geht's mir um's prinzip!
 
B

Borotin

Gast
#10
Tut mir ja leid wenn ich dir deine Träume zerstöre, aber ein Biologe der keine Tiere töten/präparieren will/kann ist nunmal so unsinnig wie ein Arzt der kein Blut sehen kann. Ausser als Botaniker.
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#11
es geht mir dabei vorallem um die sinnlosigkeit des ganzen.
um zu wissen,wie'S von innen aussieht, kannich auch in ein buch oder ein plastikmodell ansehen. oder ich gehe in körperwelten. dafür muss ich nciht extra ein tier umbringen.

und wenn ich nciht gerade mti tieren forsche, dann muss ich die auch nciht sezieren.
ich würde gerne was genetisches mit phargen und pflanzen und so machen. oder mit bakterien. ich weiß natürlcih, dass man selten das machenkann, was man möchte, aber wenn man's nichtmal versucht...

wenn ich aber bio auf lehramt studiere, muss ich das doch nciht, oder?
 
#12
ich hab in leipzig bio studiert und musste kein tier töten. wenn man es nicht übers herz bringt, dann machen das die praktikumsbetreuer. außerdem haben wir immer in gruppen gearbeitet und da hat nicht jeder ein tier bekommen. im hauptstudium gibt es übrigens noch mehr fächer als nur botanik, bei denen man kein viech zerschnippeln muss! z.B. ökologie, mikrobiologie, biochemie und pflanzenphysiologie (zumindest in leipzig!)

erstaunlicherweise arbeite ich mit meinem biologiestudium (ich bin botaniker) jetzt als wissenschaftsjournalistin. es stehen einem also schon einige möglichkeiten offen. :cool:
 

Netti

Moderator/in im Ruhestand
#13
@ Convenience: Die Lehramtler müssen das bei uns auch machen.

@kampfmuzel: Bei uns gibt es diese Abteilungen natürlich auch, nur müssen wir alle einmal durch's Grundstudium bis wir dorthin gelangen...
 
B

Borotin

Gast
#15
Also Pflanzenphysiologie habe ich mal zum ''Großraum Botanik'' dazugezählt und Ökologie ist selbstredend auch blutfrei. Biochemie gibt es bei uns nur als nichtbiologisches Nebenfach.

Aber wie Netti schon erwähnte: Im Grundstudium tötet man im Normalfall keine Tiere. Man bekommt Tiere, die durch Alter oder Krankheit eh getötet werden mussten und soll lernen sie zu präparieren.

Wenn du das machen willst was du oben geschrieben hast, dann wirst du wohl auch nicht mit Tieren arbeiten müssen. Dazu gibt es Pflanzenphysiologie oder Mikrobiologie.
Aber ich denke schon dass es zu einer biologischen Ausbildung dazugehört dass man mal das ein oder andere Tier präpariert hat. Es nur in einem Buch oder auf einem Monitor zu sehen ist nicht dasselbe. Ich hatte anfangs auch Bedenken dabei, aber die Professoren hatten recht: Man erkennt den Aufbau viel besser wenn man selbst präpariert. Dann MUSS man nämlich auch genauer hinsehen.

Nur eines kann ich dir versichern:
Ich bin im Moment in der Abteilung Tierphysiologie unserer Uni im Praktikum und muss dort fast täglich Ratten selbst töten. DAS ist das wirklich schlimme daran, das auch wirklich nur denen zugemutet werden sollte die es auch im Hauptfach machen wollen/müssen. Denn das bisschen Ekel beim schneiden ist nichts verglichen mit dem schlechten Gewissen beim Töten einer 8 Tage alten Ratte...

Das ging jetzt nicht speziell an dich, Convenience, sondern allgemein ums Präparieren.
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#16
Borotin hat geschrieben:

Nur eines kann ich dir versichern:
Ich bin im Moment in der Abteilung Tierphysiologie unserer Uni im Praktikum und muss dort fast täglich Ratten selbst töten. DAS ist das wirklich schlimme daran, das auch wirklich nur denen zugemutet werden sollte die es auch im Hauptfach machen wollen/müssen. Denn das bisschen Ekel beim schneiden ist nichts verglichen mit dem schlechten Gewissen beim Töten einer 8 Tage alten Ratte...

COLOR]

darum gehts mri doch: ich finde es wirklich faszinierend z.b. ein schweineauge auseinander zu nehmen, es geht mir nicht um den ekel. ich finde es moralisch falsch ein tier zum präparieren zu töten.

ich war heute an der uni und hab mich mal schlau gemacht. ich glaube, da hat sich einiges getan. ich hab gerade wenig zeit, darum schreibe ich morgen, was mir da so erzählt wurde. war sehr interessant
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#17
mir wurde gesagt, dass man als biostudent (wenn man jetzt nicht gerade tierphysiologie studieren will) kaum noch tiere auseinander nehmen muss. und wenn, dann nicht in den prüfungen, dass heißt, ich werde dann halt mal "krank" sein. ;)
das einzige, was sein kann, ist, wenn man im physiologie-modul ist, dass man dann mal nen regenwurm auseinander nehmen muss. aber dass man da so einen halb toten frosch hängen hat, um das herz freizulegen und zu gucken, was passiert, gibt es nicht mehr. *puh*
zumindest nicht in bielefeld.
 
S

shayenne252

Gast
#18
Kampfmuzel hat geschrieben:
erstaunlicherweise arbeite ich mit meinem biologiestudium (ich bin botaniker) jetzt als wissenschaftsjournalistin. es stehen einem also schon einige möglichkeiten offen. :cool:
hast du dich schon früh auf Journalismus spezialisiert? Hältst du/ihr es für sinnvoll Biologie zu studieren um später Journalist im biobereich zu werden? Ist es dann besser 6 semester bachelor und dann aufbaustudium journalismus statt Diplom???
 
#19
ich muss ehrlich gestehen, ich hatte mit meinem biostudium ursprünglich nicht geplant journalist zu werden. es hat sich zufällig so ergeben, weil ich nebenbei immer mal artikel verkauft habe, um ein bisschen geld zu verdienen und weil es mir spaß macht. :rolleyes: wenn ich in nächster zeit einen job als biologe finde, dann werde ich den, denke ich, annehmen. deswegen kann ich zu einer sinnvollen journalistischen laufbahn über ein biologiestudium leider nicht viel sagen.

was ich aber gemerkt habe ist, dass viele zeitungen journalisten bevorzugen, die in einem naturwissenschaftlichen oder technischen fach ein abgeschlossenes studium haben und nicht nur einfach journalismus studiert haben.
 
J

Jolly

Gast
#20
also jetzt muss ich auch mal meinen senf dazu abgeben. was ist denn z.b. bei der in vitro fertilisation, die biostudis im praktikum durchführen? da gehen embryos (auch wenn erst im 4-zell-stadium oder so) ja auch ein, oder der regenwurm ist genauso ein lebewesen. und das schwein von dem das auge kommt, warum das getötet wurde (für nen hamburger bei McD oder so) das ist dann egal? ich z.b. bin vegetarier, weil ich keine tiere essen möchte. aber ich finde das präparieren im biostudium ist unumgänglich und das sollte es auch sein, schließlich kommt es später mal der forschung zugute. es wird ja nicht einfach so rumgeforscht, aus spaß am tiere zerschnipseln, sondern dahinter steckt ja ein sinn, neues über krebsentwicklung rausfinden usw. natürlich tut auch mir das kleine hühnchen oder so leid, aber ich vertrete trotzdem die meinung, wer nicht präparieren will gehört in die botanik, oder sollte sich umorientieren.
 
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