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Biologie/Tiermedizin studieren, ja oder nein?

#1
Hallöchen!

Mein Name ist Susanne und obwohl ich erst 2011 mein Abitur absolvieren werde, möchte ich jetzt schon wissen wie es danach weitergehen soll.

Momentan besuche ich die 12. Klasse und meine Bio-Lehrerin rät mir Biologie zu studieren.

Ich selber liebe die Biologie schon seit ich denken kann..... seit meinem 2. Lebensjahr ist diese Leidenschaft auch dokumentiert.

Damals als ich 2 war, filmte mich mein Vater nämlich als ich ihm gerade enthusiastisch einen Vortrag über Rothirsche hielt. Wild gestikulierend und mit überzeugtem Tonfall.

Mit 7 päppelte ich meine erste mutterlose Walsmaus auf (wäre fast von einem Raben gefressen worden) und wilderte sie wieder aus. Auch das hinterließ seine Spuren.

Mit 12 machte mir dann die Farbgenetik der mongolischen Rennmaus (Meriones unguiculatus) zu schaffen, denn ich betrieb meine eigene Zucht. Mein Ziel war es damals eine ganz bestimmte seltene Farbvariante zu züchten und die Genetik-Infoseite meines Haustierratgebers erwies sich dabei als sehr hilfreich.

Parallel zu der Farbgenetik befasste ich mich auch noch mit dem Verhalten der Viecher und testete auf verschiedene Gruppenkonstellationen, Gruppengrößen und deren Verträglichkeit im Laufe der Zeit. Gerade Vergesellschaftungstechniken waren dabei relevant. Schließlich ist es nicht leicht die Mäuschen miteinander bekannt zu machen. Da musste ich mir oft neue Möglichkeiten und Methoden überlegen, die sich dann als zuverlässig oder problematisch erwiesen. Wirklich sehr interessant.
Auch mit traumatisierten Mäuschen oder Sterotypen hatte ich es zu tun (schlechte Haltung etc.) und gerade die versuchte ich wieder in den normalen Mäusealltag einzugliedern. Auch da hatte ich oft Erfolg.
Mit 13 war dann auf eigenen Wunsch Ende mit den Mäuschen.

Mit 14 züchtete ich Kaninchen und freute mich tierisch über eine neue Farbvariation, die offenbar durch eine Kodominanz entstand. Allerdings beschloss ich aus Zeit- und Platzmangel damals die Zucht nicht weiterzuführen.

Mit 16 zog ich eine junge Amsel groß und wilderte sie wieder aus. Dabei hätte ich mir nichts schöneres vorstellen können, als den jungen Vogel in seine Freiheit fliegen zu lassen. Es war sehr beeindruckend für mich ihn als hilfloses verletztes Küken (fand ihn mit Fußverletzung wegen der er nicht stehen konnte) kennengelernt zu haben und nun war er selbstständig.

Tja und jetzt mit fast 18 bin ich seit einem Jahr mit der Aquaristik am wurschteln. Diesmal sind es die Ampullaridae, vorallem die Pomacea bridgesii (Apfelschneckenart), die ich besser verstehen lerne. Wieder ist es die Farbgenetik die mich fasziniert und wieder bin ich fleißig am Farben züchten. Dieses Mal versuche ich aber selbstständig die Farbgenetik zu enträtseln, ohne hilfreiche Internetseite als Stütze. Ich versuche einfach selbst draufzukommen und werde erst danach gezielt nach Hilfen suchen um mich selbst zu überprüfen. Außerdem kenne ich praktisch keine deutschsprachige Seite zum Thema, die genügend Aufschluss bietet. Lediglich die US-Seiten sind gut...
Nunja, dieses Mal rücke ich aber mit Maßband, Kamera, Fotoapparat, Zeittafel und wie schon bei den anderen Zuchtprojekten mit einem genauen Zuchtbuch an. Ich werte statistisch aus und gucke nach einer Vielzahl von Kriterien. Es gibt -wie schon bei den Mäusen- verschiedene Versuchsgruppen und Einflussfaktoren....etc.....
Das macht richtig Freude!!!!

Außerdem besitze ich seit Weihnachten ein eigenes Mikroskop und kann mir damit sogar eine seltsame Form von Parasit (vermute es ist einer) aus meinem Aquarium ansehen. Ich habe den Kerl nämlich im Verdacht.... er könnte mit einer bestimmten Auffälligkeit an meinen Apfelschnecken zu tun haben. Aber dazu muss ich erst die Art bestimmen.... dauert noch...

Jedenfalls dürfte nach dieser ausführlichen Schilderung klar sein, wie wichtig die Biologie in meinem Leben ist.

Die Medizin interessiert mich aber auch gewaltig... seit ich nämlich mit 14 zu Weihnachten mein Skelettmodell bekam und ein Jahr vorher ein Medizinlexikon, bin ich enorm fasziniert. Gerade die Anatomie ist cool.
Aber darüber werde ich jetzt nicht weiter quasseln....:D

Und seit ich ein Buch über Spiegelneurone gelesen habe, faszinieren mich auch die Neurowissenschaften.... -einfach alles cool und super interessant-

Lieber gestehe ich hier an der Stelle, dass ich eine Niete in Mathe bin und Physik nicht lange hatte (3 Jahre => Theorien immer Note 1, Anwendung 3). Zu Chemie kann ich nur sagen, dass ich bei einer guten 3 herumdümple... :eek:wobei das Interesse zum Fach auch erst seit diesem Jahr besteht und ständig kranke Lehrer bzw. Aushilfslehrer und Lehrerwechsel letztes Jahr vielleicht auch ein Faktor waren, warum ich die Note hatte. Vorher war es schon eine 2. Nächstes Jahr muss ich mal schauen wie es dann aussieht... (Lehrer, neu entdecktes Interesse....).

Sämtliche andere Fächer laufen aber ziemlich gut und insgesamt habe ich im Zeugnis fast nur Zweier... bis auf die 4 in Mathe:(. Ich komme zur Zeit auf einen Schnitt von 2,3 (Halbjahr 12. Klasse).

Für Fächer, die ich als besonders relevant einstufe, pauke ich auch problemlos bis an meine Belastungsgrenze. Ich bin da recht streng mit mir und verlange mir ab was geht sobald ich ein Ziel vor Augen habe. :)
Hätte ich mehr Zeit für Physik, Chemie und Co, dann würde ich mich noch mehr reinhängen. Bei Mathe liegt es z.B. zu etwa 70% an meinen Nerven.... ich mache Leichtsinnsfehler und ärgere mich darüber. Zuhause kann in dem Fach ich viel mehr. (einziges Fach in dem das so ist)

Beim Tierarzt hatte ich schon mal ein Praktikum das mir sehr Spaß gemacht hat.... ich war einfach platt von dem Fachwissen und begeistert von der Arbeit. Am beeindruckensten war die OP der ich beiwohnen durfte. Das war mit 15, seit ich 13 bin erwäge ich Tierärztin zu werden.

So nun meine Fragen:

=> Glaubt ihr ein Biologiestudium wäre eine gute Wahl für mich?

=> Was kann ich nach dem Studium damit anfangen... wie sehen meine beruflichen Chancen aus?

=> Sind in beiden Studiengängen viel Mathe drin?
(=> Stochastik ist ja noch ausbaufähig weil interessant....)

=> Mal unabhängig von der Frage ob ich einen Studienplatz in Tiermedizin bekomme.... denkt ihr das Studium ist machbar... auch für mich?

=> Ich habe von einem neuen Studiengang -Biowissenschaften- gehört.... kennt sich da jemand genauer aus?

=> Was ist mit -Biomedizin-? Was kann ich mir darunter vorstellen?

=> Kennt ihr sonst noch interessante Studiengänge mit Biobezug?

LG, Susanne
 

mik

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Moderator
#2
hallo susanne,

grundsätzlich gehe ich aufgrund deiner arbeitshaltung davon aus, dass du beides studieren kannst. vielleicht wäre sogar beides für dich eine gute wahl - schließlich kann kein mensch nur einen einzigen beruf ausüben. zudem sind die tätigkeitsfelder in jedem bereich so vielfältig, dass sie kaum unter einen hut zu bekommen sind (ein mikrobiologie im labor macht etwas ganz anderes als ein ökologie im naturschutz etc. etc.). daher mein rat: versuch einfach noch mehr eindrücke vor ort vom berufsalltag in den für dich interessanten bereichen zu bekommen und entscheide dich dann aus dem bauch heraus.
was die berufsperspektiven angeht: das wären auch jetzt nur momentaufnahmen - da haben sich viele schon verwählt, weil die lage hinterher eine andere war. tu das, wofür du dich wirklich interessierst - dann hast du auch gute aussichten, einen anstellung zu finden. und: sowohl als tierarzt als auch biologie gibt es - gute fremdsprachenkenntnisse vorausgesetzt - auch immer möglichkeiten im ausland zu arbeiten.


viele grüße

mik
 
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