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Drogenkontrollen in Schulen

  • Hat das Thema erstellt BOOman
  • erstellt am
B

BOOman

Gast
#1
Sollen Drogen kontrollen in den Schule ohne ankündigung stattfinden

Ich hoff ihr seit alle dagegen !!!!!!!!


Also Leute wir diskutieren in der schule darüber und die lehrerin hat unsere klasse geteilt die eine hälfte muss dafür sein und die andere DAGEGEN ich bin bin nun mal auf der Steite DAGEGEN ich brauch argumente BITTE helft mir !!!!!!



Schreibt eure Meinung und begründet bitte !!!!!!!
 

Joffi

Moderator
Moderator
#2
Was soll denn der Zusatz "ohne Ankündigung"? Wie denn bitte sonst? :D
 
O

okrebs

Gast
#3
Hi!

Sollen Drogen kontrollen in den Schule ohne ankündigung stattfinden
Wer soll denn bitten wen wann wie kontrollieren? Sollen Personen durchsucht werden oder deren Taschen? Oder sprechen wir hier von medizinischen Untersuchungen mit Blutabnahme, Haarprobe, Feststellen von Symptomen? Dazu ist in jedem Fall nur die Polizei befugt und selbst die hat sich an §29 und §30 PolG zu halten:

http://dejure.org/gesetze/PolG/29.html
http://dejure.org/gesetze/PolG/30.html

Jeder darf natürlich einer Durchsuchung durch andere zustimmen. Aber man darf nicht vergessen, daß es hier um's Grundgesetz geht. Würde des Menschen, Recht am eigenen Körper, Freiheit. Noch ist Orwell's 1984 nicht ganz da, aber dank Überwachungswahn und Terrorblindheit werden wir bald ankommen. Es ist eine Illusion, daß sich irgendetwas durch Überwachung ändern würde, es wechselt nur den Standort. Wenn also streng in der Schule kontrolliert wird, wird da nicht mehr gekifft, gesoffen, geraucht (ja, auch Nikotin ist ein Droge, lieber Lehrkörper), gekost, geschnüffelt oder gespritzt wird. Toll! Dann macht man das eben woanders. Aber hauptsache man kann sich auf die Schulfahne schreiben, man hätte ja was gegen die Sucht getan. Was ich nicht sehe, das ist auch nicht da. Pfft! Anstatt die Symptome, also den Konsum, zu bestrafen, sollte man sich vielleicht lieber um die Ursachen kümmern? DAS würde helfen, ist aber nicht mal so eben per Dekret zu machen, das dauert. Macht auch nicht so schöne Schlagzeilen wie "Schule verringert Drogenkonsum um 100%!! Minister gratuliert!".

Wie das mit der Ankündigung gemeint ist, weiß ich auch nicht. Das ändert doch nichts an der Rechtslage, aber IANAL...

Ist also eine absurde Idee, die ganz sicher nichts bringt. Natürlich soll man nun auch nicht auf dem Schulhof Spritzen tauschen, aber wer seinen Schülern an die Wäche geht, der überschreitet seine Kompetenzen.

Olli
 

Joffi

Moderator
Moderator
#4
Es ändert zwar gar nichts an den von Dir beschriebenen Rechtsgrundlagen, aber derart krasse Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte sind nicht unbedingt notwendig. Einfache Drogentests können heute Schweißproben nutzen, d.h. praktisch einfach mal schnell mit einem Läppchen über die Hand gewischt, fertig. Keine Durchsuchung, keine Blutentnahme, kein Urin.
Die Argumentation "das kann der Gesetzgeber nicht machen, da es gegen die Gesetze ist" ist übrigens löchriger als ein Schweizer Käse. Gesetze sind ja nicht Mittel dazu, einer Gesellschaft Normen zu geben, sondern gesellschaftliche Normen werden in Gesetzen festgeschrieben, so herum. Wenn eine solche Untersuchung also sinnvoll wäre, könnte man mit gutem Recht die gesetzliche Grundlage dafür schaffen. Trotzdem stimme ich Dir zu, dass diese Bedingung "sinnvoll" gar nicht gegeben ist.
 
O

okrebs

Gast
#5
Ich bin mir nicht sicher, aber auch das wäre vermutlich schon ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Es fehlt dann auch rein rechtlich der Zusammenhang zwischen Probe und Probant. Der kann dann ja sagen "das ist nicht von mir" und schon muß man mühsam einen Fingerprint machen. Und jetzt einfach "den Schüler" per se als Risikogruppe zu sehen, die eine Massentestung rechtfertigt, ist auch stark hinkend. Selbst die Massengentests laufen immer auf freiwilliger Basis ab. Man kann eben nicht einfach viele Bürger zwingen, sich testen zu lassen.

Gesetze sind ja nicht Mittel dazu, einer Gesellschaft Normen zu geben, sondern gesellschaftliche Normen werden in Gesetzen festgeschrieben, so herum.
*LOL* Ja, so SOLLTE es sein und so denken auch noch viele Menschen. Leider reicht ein Blick in die Gesetze, daß sich diese längst verselbständigt haben. Es gibt von Lobby-Gruppen gekaufte Gesetze (z.B. neues Urhebergesetz), von politisch Radikalen durchgesdrückte Gesetze (z.B. "Killerspielverbote"), etc. Wenn wirklich gesellschaftliche Normen, also Normen, die die Gesellschaft für gesetzmäßig hält, festgeschrieben würden, würden viele Politiker längst im Gefängnis sitzen. Werte wie Wahrheit, Ehre und Anstand stehen nämlich wieder hoch im Kurs. Es gäbe weniger Strafen für "Kavaliersdelikte", weil eben jedem mal ein Fehler passieren kann. Absurde Urteile, bei denen das eigentliche Opfer zum Täter gemacht wird und sogar der Richter sagt, er findet das nicht optimal, aber die Gesetze sind so, würden auch seltener werden. Aber das passiert nicht. Warum? Weil der Gesetzgeber eben nicht so gut auf dem Bürgerohr hört. Man hat ja 4 Jahre Zeit, sich ohne diese lästigen Bürger die passenden Gesetze zu machen. Nene, aus der Ecke darf man keine Hilfe erwarten.

Gutes Beispiel wieder Drogen: Cannabis-Produkte sind verbote, Alkohol erlaubt, Morphine für Schwerstkranke muß man mühsam beantragen, Nikotin gibt's am Automaten. Nachweislich verursacht Alkohol mehr Schaden, vernichtet mehr Existenzen und hat ein höheres Suchtpotential als Cannabis (das natürlich auch nicht ganz unbedenklich ist), aber die Alkohollobby und die Steuereinnahmen rechtfertigen die Freigabe. Der Zweck heiligt die Mittel. Rauchen wird zwar als lästig gesehen (auch erst seit Kurzem), aber wo bleibt der Schutz vor dem Rauch? Rauchverbote in der Öffentlichkeit sind sinnvoll, aber das würde ja dem Absatz schaden. Und selbst nach Bekanntwerden der Methoden der Tabakkonzerne (Beimischungen, die das Suchtpotential erhöhen, immer jüngere Zielgruppe mit Hip-Image ködern) schert sich kein Politiker drum.

Naja, wir wollen hieraus keine allzu politische Diskussion machen...Ups! Zu spät ;-) Man kann ja noch hoffen, daß sich das Klima noch etwas ändert und die direkte Demokratie kommt. Das würde der Macht der Lobbys und Politiker etwas Einhalt gebieten und den Volkswillen wieder ins rechte Licht rücken. Aber deren Einführung wird ja schon lange torpediert...warum nur? Ein Schelm, der da die Angst vor dem Pfründeverlust wittert...

Olli
 
K

KJay

Gast
#6
okrebs hat geschrieben:
Wenn also streng in der Schule kontrolliert wird, wird da nicht mehr gekifft, gesoffen, geraucht (ja, auch Nikotin ist ein Droge, lieber Lehrkörper), gekost, geschnüffelt oder gespritzt wird. Toll! Dann macht man das eben woanders. Aber hauptsache man kann sich auf die Schulfahne schreiben, man hätte ja was gegen die Sucht getan. Was ich nicht sehe, das ist auch nicht da. Pfft! Anstatt die Symptome, also den Konsum, zu bestrafen, sollte man sich vielleicht lieber um die Ursachen kümmern? DAS würde helfen, ist aber nicht mal so eben per Dekret zu machen, das dauert. Macht auch nicht so schöne Schlagzeilen wie "Schule verringert Drogenkonsum um 100%!! Minister gratuliert!".
Ich denke mal in diesem Fall geht es der Lehrerin nicht darum, Kontrollen in der Schule durchzusetzen, um letztendlich gut in der Öffentlichkeit dazustehen. Hier sollen sich die SuS Gedanken darüber machen, was das für Auswirkungen hätte.

Ich stimme Dir ansonsten natürlich zu. Es würde nicht wirklich was bringen. Damit rücken wir der totalen Überwachung nur ein Stückchen näher.
 

Joffi

Moderator
Moderator
#7
Ich kann mir leider nicht verkneifen, die politische Diskussion fortzuführen :)
Die Diskrepanz zwischen Realität und optimalem Zustand bei der Gesetzgebung ist mir selbstverständlich klar (wer sollte das auch nicht merken). Daher habe ich das als Punkt angeführt, nicht auf diese Weise zu argumentieren. Denn wenn man schon einen suboptimalen Zustand feststellt ("Gesetze folgen oft nicht dem gesellschaftlichen Meinungsbild"), ist es kaum zulässig, dann aus diesem heraus zu argumentieren "dann darf man sie auch nicht mehr diesem anpassen". Damit hatte ich das Argument angegriffen "man darf ja gar keinen einfach durchsuchen". Klar darf man, wenn man aus sinnvollem Anlass heraus die Gesetze dahingehend ändert. Die einzig sinnvolle Argumentation ist also, dass das keinen Sinn macht. Ächz, wie kompliziert kann ichs noch formulieren? :D
 
O

okrebs

Gast
#8
@Joffi
Hab Dich ja verstanden...;)

@Kjay
Ich bezweifle ja auch nicht, daß der Lehrkörper nicht mit einer gewissen Berechtigung daran interessiert ist, die Schule "drogenfrei" zu halten (ob nun fiktiv als Diskussionsanreiz oder in realitas). Das kann man aber richtig und falsch angehen, Dinge tun, die Sinn machen und Dinge tun, die - wenn auch aus einem ehrenwerten Bedürfnis heraus - einfach nicht sein dürfen. Das kann durchaus auch in die Diskussion einfließen.
Man sollte aber auch nicht präventiv eine Absolution aussprechen. Es könnte sich auch um einen Testballon handeln, um auszuforschen, was die Schüler noch tolerieren würden, hübsch verpackt als fiktive Diskussion. Klingt paranoid? Mag sein...:D