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eine bessere Schule?!

mik

Administrator
Moderator
#1
... meine Frage ist eigentlich weniger Smalltalk. Ich wüsste sehr gern von euch, wie eurer Meinung nach eine wirklich gute Schule von morgen sein müsste.
Und damit es nicht einfach Smalltalk bleibt, wüsste ich sehr gern, was ihr tatsächlich ganz konkret verändern würdet und warum.

Es geht mir also nicht einfach um reine individuelle Erfahrungen und Gefühle. Mir geht es um Dinge, die tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden könnten, um Schule zu verbessern - so, dass ihr etwa sagen könntet: Ich habe eine wirklich gute Schule besucht und dort viel gelernt.

Ich hoffe auf viele Antworten und bin sehr gespannt auf eure Vorschläge!

mik
 
P

Potts

Gast
#2
Hui, da gibt es natürlich vieles, was man verändern möchte.

Problem in der Schule ist der Schüler. Bis ich in die 11 gekommen bin, ging mir die Schule irgendwie am Ar*** vorbei. Komischerweise gelang es mir - glücklicherweise muss man sagen - mich aufzurappeln und für die Schule zu begeistern, als mir endlich klar war, was ich in Zukunft machen möchte. Vielleicht wäre ein Möglichkeit der Demotivation die das Problem der meisten Schüler bis in die hohen Stufen ist, durch konkreteres Vorbereiten auf ein späteres berufliches Leben zu verringern. Hat man ein konkretes Ziel vor Augen, weiss man, wofür man kämpfen kann und muss.
Ich habe in der Grundschule mit Spass am Lernen einen Schnitt mit einer 1 vorm Komma gehabt. Nach und nach verlor ich dann Notenpunkte bis hin zur 10 durch. In der 11 war dann mein persönlich Tiefpunkt mit einer 3 vorm Komma erreicht. Doch als ich dann gemerkt habe, ich interessiere mich für Biologie und möchte konkret das und das studieren (bleibe hier mal allgemein) konnte ich mich passend zum Abitur aufrappeln und stehe nun vermutlich wieder mit einem mich sehr befriediegenden Zeugnis dar (hoffe ich zumindest^^). Naja, so ergeht es aber wenigen, also wenige wissen selbst in der 13, was sie wirklich studieren oder erlehrnen wollen. Damit verbunden sind viele noch angeödet und demotiviert...was natürlich das Interesse an Schule stark mindert.
Unter anderem werfe ich da den Schulen große Versäumnisse vor. Häufig ist es nunmal so, dass zu selten ein Bezug zum späteren Berufsleben erbracht wir, sowohl im Unterricht als auch in außerschulischen Aktionen bzw. Wandertagen. Es kann doch nicht sein, dass wir erstmals in der 13 gedenken eine Universität zu besuchen...so etwas muss meiner Meinung schon früher stattfinden.
Ich bin der Überzeugung, dass alternative Unterrichtsmethoden, die nun quasie von jedem neuen Lehrer praktiziert werden nur bedingt das Motivationsproblem beheben können und ähnlich empfinde ich auch andere alternative Ansätze. Die Demotivation hat nichts damit zu tuen, dass die Art des Lernens langweilig ist....vielmehr ist es doch das Lernen selbst, welches den Schüler abschreckt. Klar ist es schöner eine Diskussionsrunde statt einer normalen Stoffbesprächung durchzuführen, doch erscheint es merkwürdig, dass auch hier wieder nur die gleichen Schüler vorne sitzen und diskutieren die auch bei anderen Methoden den Finger zur Meldung heben...

Ist mal ein Ansatzpunkt, der sicherlich sehr schwamming formuliert ist, trotzdem den Punkt wiedergibt, der meiner Meinung nach der wichtigste zu verändernde ist.
 

mik

Administrator
Moderator
#3
Potts hat geschrieben:
Hui, da gibt es natürlich vieles, was man verändern möchte.

Problem in der Schule ist der Schüler. Bis ich in die 11 gekommen bin, ging mir die Schule irgendwie am Ar*** vorbei. Komischerweise gelang es mir - glücklicherweise muss man sagen - mich aufzurappeln und für die Schule zu begeistern, als mir endlich klar war, was ich in Zukunft machen möchte. Vielleicht wäre ein Möglichkeit der Demotivation die das Problem der meisten Schüler bis in die hohen Stufen ist, durch konkreteres Vorbereiten auf ein späteres berufliches Leben zu verringern. Hat man ein konkretes Ziel vor Augen, weiss man, wofür man kämpfen kann und muss.
Ich habe in der Grundschule mit Spass am Lernen einen Schnitt mit einer 1 vorm Komma gehabt. Nach und nach verlor ich dann Notenpunkte bis hin zur 10 durch. In der 11 war dann mein persönlich Tiefpunkt mit einer 3 vorm Komma erreicht. Doch als ich dann gemerkt habe, ich interessiere mich für Biologie und möchte konkret das und das studieren (bleibe hier mal allgemein) konnte ich mich passend zum Abitur aufrappeln und stehe nun vermutlich wieder mit einem mich sehr befriediegenden Zeugnis dar (hoffe ich zumindest^^). Naja, so ergeht es aber wenigen, also wenige wissen selbst in der 13, was sie wirklich studieren oder erlehrnen wollen. Damit verbunden sind viele noch angeödet und demotiviert...was natürlich das Interesse an Schule stark mindert.
Unter anderem werfe ich da den Schulen große Versäumnisse vor. Häufig ist es nunmal so, dass zu selten ein Bezug zum späteren Berufsleben erbracht wir, sowohl im Unterricht als auch in außerschulischen Aktionen bzw. Wandertagen. Es kann doch nicht sein, dass wir erstmals in der 13 gedenken eine Universität zu besuchen...so etwas muss meiner Meinung schon früher stattfinden.
Ich bin der Überzeugung, dass alternative Unterrichtsmethoden, die nun quasie von jedem neuen Lehrer praktiziert werden nur bedingt das Motivationsproblem beheben können und ähnlich empfinde ich auch andere alternative Ansätze. Die Demotivation hat nichts damit zu tuen, dass die Art des Lernens langweilig ist....vielmehr ist es doch das Lernen selbst, welches den Schüler abschreckt. Klar ist es schöner eine Diskussionsrunde statt einer normalen Stoffbesprächung durchzuführen, doch erscheint es merkwürdig, dass auch hier wieder nur die gleichen Schüler vorne sitzen und diskutieren die auch bei anderen Methoden den Finger zur Meldung heben...

Ist mal ein Ansatzpunkt, der sicherlich sehr schwamming formuliert ist, trotzdem den Punkt wiedergibt, der meiner Meinung nach der wichtigste zu verändernde ist.

Du schreibst, für mich gut nachvollziehbar, dass ein Schüler ein konkretes Ziel vor Augen haben muss. In den unteren Klassen kann dies aber doch noch nicht wirklich ein späterer Beruf sein - oder? In den oberen Klassen wird sicherlich einiges verschlafen ...
In der Grundschule hattest du noch Interesse - dann aber plötzlich nicht mehr? Wie kommt denn dieses mangelnde Interesse zu so einem frühen Zeitpunkt zustande? Hätte Schule zu diesem Zeitpunkt auch konkretere Erfolgserlebnisse produzieren müssen? Welche? Wie? Was ödet denn so sehr an?

Was sagen die anderen dazu?


mik
 

Elsi

Moderator
Moderator
#4
Hallöchen!
Also grundsätzlich stimme ich Potts zu. Ich denke, viele Schüler haben einfach eine null-Bock Haltung und haben deshalb keine Lust auf Schule. Sie sitzen im Unterricht, beteiligen sich nicht und sind angeödet, weil nichts sie interessiert. Es gibt wohl manche Schüler, denen man Unterricht überhapt nicht schmackhaft machen könnte.
Andererseits denke ich, dass viel an den Lehrern liegt. Ein Lehrer kann in einem Schüler das Interesse für ein Thema wecken, aber auch total zerstören. Wenn ein Lehrer einfach keinen guten, interessanten Unterricht macht, ist es als Schüler schwer aufzupassen und sich wirklich für das Thema zu interessieren.
Ich glaube viele Lehrer sind sich gar nicht bewusst darüber, wie sehr sie Schüler in dieser Hinsicht beeinflussen können.
Ich hatte beispielsweise einen Lehrer, dessen Physikunterricht ich ganz interessant fand und bei ihm hatte ich sogar eine 1. In der 9. bekam ich dann einen Lehrer, der der Meinung war, er wäre nicht dazu da uns etwas beizubringen. Wir sollten und das doch alles selbst beibringen. Sein Unterricht bestand darin einen Test zu schreiben, in der nächsten Stunde zu schimpfen, wie schlecht wir doch alle sind und dass wir ja zu faul wären und nicht lernen. Anstatt uns dann aber zu erklären wo unsere Fehler lagen hat er uns irgendwelche Hausaufgaben aufgegeben (die netürlich keiner verstanden hat) um in der nächsten Stunde wieder einen Test zu schreiben (oder Hausaufgabenüberprüfung, wie er es nannte). Die Tests waren natürlich sehr schlecht, höchstens vier oder fünf Leute aus der Klasse hatten eine Note über 4. Seit diesem Lehrer ist mein Interesse an Physik natürlich etwas geschrumpft und wenn man dann nur die Zeit im Unterricht absitzt, weil man sowieso nichts versteht, ist das ja irgendwie kein Wunder.
Natürlich hängt es nicht immer nur von den Lehrern ab und ich kann mir vorstellen, dass Lehrer einen harten Beruf haben, aber sie sollten das nicht an ihren Schülern auslassen. Leider gibt es auch einige Lehrer, die das tun...
Leider glaube ich nur, dass man an dieser Situation nicht viel ändern kann, da es ja immer auf den Menschen ankommt.
Ich denke nur, dass Lehrer sich darüber immer Gedanken machen sollten, wie sehr sie Schüler beeinflussen können, zum Guten, wie zum Schlechten.
 

mik

Administrator
Moderator
#5
Elsi hat geschrieben:
Hallöchen!
Also grundsätzlich stimme ich Potts zu. Ich denke, viele Schüler haben einfach eine null-Bock Haltung und haben deshalb keine Lust auf Schule. Sie sitzen im Unterricht, beteiligen sich nicht und sind angeödet, weil nichts sie interessiert. Es gibt wohl manche Schüler, denen man Unterricht überhapt nicht schmackhaft machen könnte.
Andererseits denke ich, dass viel an den Lehrern liegt. Ein Lehrer kann in einem Schüler das Interesse für ein Thema wecken, aber auch total zerstören. Wenn ein Lehrer einfach keinen guten, interessanten Unterricht macht, ist es als Schüler schwer aufzupassen und sich wirklich für das Thema zu interessieren.
Ich glaube viele Lehrer sind sich gar nicht bewusst darüber, wie sehr sie Schüler in dieser Hinsicht beeinflussen können.
Ich hatte beispielsweise einen Lehrer, dessen Physikunterricht ich ganz interessant fand und bei ihm hatte ich sogar eine 1. In der 9. bekam ich dann einen Lehrer, der der Meinung war, er wäre nicht dazu da uns etwas beizubringen. Wir sollten und das doch alles selbst beibringen. Sein Unterricht bestand darin einen Test zu schreiben, in der nächsten Stunde zu schimpfen, wie schlecht wir doch alle sind und dass wir ja zu faul wären und nicht lernen. Anstatt uns dann aber zu erklären wo unsere Fehler lagen hat er uns irgendwelche Hausaufgaben aufgegeben (die netürlich keiner verstanden hat) um in der nächsten Stunde wieder einen Test zu schreiben (oder Hausaufgabenüberprüfung, wie er es nannte). Die Tests waren natürlich sehr schlecht, höchstens vier oder fünf Leute aus der Klasse hatten eine Note über 4. Seit diesem Lehrer ist mein Interesse an Physik natürlich etwas geschrumpft und wenn man dann nur die Zeit im Unterricht absitzt, weil man sowieso nichts versteht, ist das ja irgendwie kein Wunder.
Natürlich hängt es nicht immer nur von den Lehrern ab und ich kann mir vorstellen, dass Lehrer einen harten Beruf haben, aber sie sollten das nicht an ihren Schülern auslassen. Leider gibt es auch einige Lehrer, die das tun...
Leider glaube ich nur, dass man an dieser Situation nicht viel ändern kann, da es ja immer auf den Menschen ankommt.
Ich denke nur, dass Lehrer sich darüber immer Gedanken machen sollten, wie sehr sie Schüler beeinflussen können, zum Guten, wie zum Schlechten.

... das mit den guten und weniger guten Lehrern ist sicherlich richtig. Auf der anderen Seite frage ich mich immer noch, ob man nicht etwas Grundsätzliches an der Schule ändern könnte, um die Motivation zu erhalten. Zum Beispiel: Könnte es nicht Sinn machen, die Zahl der Fächer zu reduzieren und eher projektartig auf bestimmte Ergebnisse hin zu arbeiten? Eine andere Idee: Alle Klassen eines Jahrgangs werden von der 5. bis 10. Klasse von den gleichen Lehrern (ca. 10 bis 12 Lehrer) unterrichtet, sodass sich alle besser kennen. Mein Eindruck ist, dass Lehrer und Schüler oft zu wenig kennen und alle immerzu nur von einer Unterrichtsstunde zur nächsten hetzen.
Oder was habt ihr Ideen, wie der Schultag verbessert werden könnte? Stellt euch vor, ihr könntet einen Schulleiter beraten, der etwas an seiner Schule verändern möchte. Was gebt ihr ihm für umsetzbare Ratschläge?

mik
 

Elsi

Moderator
Moderator
#6
Meiner Meinung nach kann es aber auch Nachteile haben, wenn man von der 5. bis zur 10. Klasse den gleichen Lehrer hat. Wenn man gerade mit diesem Lehrer nicht klar kommt oder es einer dieser Lehrer ist, die nicht so guten Unterricht machen kann es sein, dass man dann in der Oberstufe größere Lücken hat, weil man ja 6 Jahre lang "schlechten" Unterricht hatte.
Was vielleicht eine Verbesserung bringen könnte, wären mehr außerschulische Aktivitäten, wie Arbeitsgemeinschaften. Wenn eine Schule da ein richtig gutes Angebot hätte könnte es sein, dass man die Zeit in der Schule nicht mehr nur als Arbeit ansieht, sondern vielleicht auch ein Bisschen als Platz, an dem man seine Hobbies auslebt. So ähnlich wie in Amerika, wo das Angebot an solchen Gruppen ja viel Größer ist. Trotzdem denke ich dass auch das nicht bei allen Schülern was bringen würde.
 

mik

Administrator
Moderator
#7
Elsi hat geschrieben:
(...) Trotzdem denke ich dass auch das nicht bei allen Schülern was bringen würde.
Alle wird man sicherlich nicht erreichen können. Aber ich frage noch einmal ganz naiv nach: Welche Veränderungen könnten denn dazu führen, dass du bzw. ihr sagtet: "Diese Schule ist gut und ich würde mir wünschen auf diese zu gehen!"?

Schule muss doch nicht grundsätzlich langweilig und ein Graus sein? Was muss, was sollte unbedingt geändert werden?


mik
 

Elsi

Moderator
Moderator
#8
Ich glaube einfach, dass man das nicht so einfach beantworten kann. Ich denke, was viele Schüler stört ist, dass man in der Schule, besonders in der Oberstufe, so viel lernt, was einem unwichtig vorkommt.
Was ich allerdings in meinen letzten 3 Schuljahren gemerkt hab ist, dass sich manche Schüler Lehrer wünschen, die etwas mehr auf Disziplin achten und nicht so "laschen" Unterricht machen. Allerdings waren das Leute, die auch gute Noten hatten.
Es liegt vielleicht einfach an dem System Schule an sich. Schüler sind ja dazu gezwungen zur Schule zu gehen. Meistens merkt man erst ab der Oberstufe, dass manche realisieren, dass sie das jetzt freiwillig machen und sich deshalb mal was anstrengen machen.
Ich kann allerdings leider keine Antwort auf deine Frage geben.
 
C

Cohnina

Gast
#9
Ich denke, ich kann sagen, dass ich auf einer guten Schule war - vom "schulischen" aus gesehen gibt es zwar bessere, aber dafür haben wir jede Menge abseits vom Lehrplan gelernt.
Wir hatten aber auch Glück, dass wir zumindest bis zur 10ten eine recht kleine Klasse waren und vernünftige Schüler. Unsere Parallelklasse war viel größer und "böser".

Jedenfalls gab es bei den wenigsten Lehrern, das typische Aufstehen zur Begrüßung und die Distanz zwischen Lehrer und Schüler.
Wir haben uns mit unseren Lehrern über alles mögliche unterhalten, wenn schönes Wetter war und wir nicht im Rückstand mit dem Stoff waren, haben wir auch mal einen Spaziergang gemacht oder draußen Unterricht gehabt.
Bei wichtigen Dingen haben wir auch einfach mal eine Stunde nur mit Reden verbracht.
Unsere Lehrer waren auch nach der Schule für uns da - wenn man Material brauchte oder Hilfe haben manche auch angeboten, bei ihnen daheim vorbeizuschauen.

Bei uns ging auch öfters mal etwas schief oder lief nicht so wie geplant - da mußten wir oft flexibel sein und Dinge untereinander absprechen.
Insgesamt hilft einem das besser im Leben danach klar zu kommen.
Wenn ich mir gerade meine Komillitonen ansehe - die verlieren den Kopf und werden fast panisch, wenn sich irgendetwas verschiebt.
Oder bei Gruppenarbeit machen es sich die meisten nur unnötig schwer und kompliziert und wehe sie können sich nicht leiden ...

Insofern glaube ich schon, dass kleinere Klassen eine Verbesserung wären und auf jeden Fall müßten die Eltern sich wieder mehr sinnvoll mit ihren Kindern befassen. Beides wird sich aber wohl nicht in diese Richtung entwickeln ...
 
P

Potts

Gast
#10
mik hat geschrieben:
Zum Beispiel: Könnte es nicht Sinn machen, die Zahl der Fächer zu reduzieren und eher projektartig auf bestimmte Ergebnisse hin zu arbeiten?
mik
Von dieser Idee halte ich eine Menge, zumindest vom Ansatz.

Es gibt Grundfächer die einem gelehrt werden müssen. Sie sind Grundvoraussetzung für das Soziale Leben und andere für sowohl die weitere Ausbildung als auch den Beruf, doch erachte ich viele Fächer als nebensächlich. Sicherlich soll es keinem Schüler verwehrt bleiben, diese gelehrt zu bekommen, doch ist es nicht für die breite Masse der Schüler gültig.

Ich habe mit Verdruss 12 Jahre lang Kunst unterrichtet bekommen....12 Jahre min. 3 Std. die Woche....und die Std. waren meiner Meinung nach größtenteils für die Katz. Grundschule...okay...aber ich hätte gerne bereits ab der Unterstufe anderen Unterricht genossen. Ähnlich sieht es der Großteil meiner Kollegen und Mitschüler.

Interessanter und effektiver sehe die Profilbildung. Sie setzt leider erst mit der Oberstufe ein und auch nur bedingt. Profilbildung schafft zwei Sachen. Sie gibt dem Schüler Verantwortung. Damit verbunden ist Selbstständigkeit und evtl.die Motivation selbständig aktiver zu werden.
Ebenso geht damit einher, dass der Schüler für sich interessante Fächer wählen kann, wo er zwangsläufig eher motiviert ist und die ihn evtl. auch besser auf seine spätere Ausbildung vorbereiten. Ich mächte gerne etwas Naturwissenschaftliches Studieren. Ich hätte gerne spätestens mit der Oberstufe (vielleicht kann man es ja einrichten, dass man vorher zumindest ein, zwei Profilfächer hat - neben der Sprach und Differenzierungswahl) stark Profilorientier wählen kann. Ich hatte lediglich die Wahl zwischen 2 Naturwissenschaftlichen Fächern oder 2 Fremdsprachen....nicht so schön. Statt der Kunst und Religions und Geschichtskurse hätte ich lieber schon in der 11 mehr Mathe, Bio, Chemie oder Physik gehabt...war aber nicht möglich...selbiges gilt auch für die Sprachinteressierten. Was bringt es ihnen sich noch ein bis drei Jahre weiter durch eine Naturwissenschaft wie Physik zu quälen, wenn sie statt dessen eine bessere Sprachenausbildung erlangen könnten.
 

Joffi

Moderator
Moderator
#11
Ich verstehe gut die Vorteile von Deinem Modell, Potts, und unterstütze das im Grunde auch. Ich gebe aber auch zu bedenken, dass es da Probleme gibt: Eine frühe Profilbildung kann dazu führen, dass nach einem Schulabschluss keine Wahlfreiheit mehr für den weiteren Werdegang besteht, da man einfach keine Ahnung von bestimmten Fächern hat und damit auch nicht in der Richtung studieren kann. Ich traue es offen gesagt einem Mittelstufenschüle nicht zu, bereits Entscheidungen zu treffen, die ihn für den kompletten weiteren Lebensweg festlegen. Die Schule sollte schon jeden zu einem ausreichend starken Generalisten machen, dass prinzipiell jedes weitere Studium/Ausbildung in Frage kommt. Daher kommt wohl maximal eine Mischform in Frage, die verstärkte Profilbildung zulässt, ohne einzuengen. Klingt nach eierlegender Wollmilchsau :D
 

Elsi

Moderator
Moderator
#12
Ich stimme Joffi zu. Als ich in die 11 kam wollte ich noch Chemie studieren.:eek: Aber dann hab ich gemerkt, dass das nicht wirklich was für mich ist. Jetzt bin ich zwar noch in der selben Richtung, aber es hätte ja auch sein können, dass ich mich für was ganz anderes entscheide.
Wer sich wirklich schon so früh sicher ist, was er machen will kann ja auch auf spezielle Schulen gehen, in denen schon ein Schwerpunt gesetzt wird. Der Sinn des Abitur ist ja eigentlich, dass man danach praktisch alles studieren kann und alle möglichkeiten hat. Wenn man früher spezialisiert ist diese Entscheidungsfreiheit ja nicht mehr gegeben.
 
P

Potts

Gast
#13
Ok...Ok...hab verstanden...ich gebe ja auf ;-).
Nein im Ernst, ihr habt ja recht. In der Unterstufe habe ich noch davon geträumt Astronaut zu werden und meine Kollege der jetzt in Richtung Politkwissenschaften tendiert wollte damals TV-Star werden^^.

Nein, vielleicht hab ich das zu rabiat ausgedrückt. Ich denke, dass man zumindest in ansätzen anfangen kann und die Schüler nach und nach mehr zu profilieren und differenzieren.

Wenn man den Ansatz etwas milder überträgt könnte man zumindest die Wahl der Fächer wie Kunst und Religion usw. offenstellen, auch wenn ,keine Frage, hier Thematiken behandelt werden,die immens wichtig sein können (Bsp. Embryonenethik im Bezug auf Stammzellenforschung - möchten man mal den Bezug zur Biologie schaffen)...
 

Joffi

Moderator
Moderator
#14
Naja, Religion ist ja nun fast ein Thema für sich. Gehört meiner Meinung nach in der heute praktizierten Form verboten. Aber das ist vielleicht ein eigenes Topic :D Ansonsten gebe ich Dir Recht.
 
#15
ich bin schon eine weile aus der schule raus und hatte auch nur 12 jahre bis zum abitur. ich konnte mich also in der 11. schon spezialisieren. ich fands eher blöd, dass ich mich da für bestimmte fächer entscheiden mußte. ich hätte am liebsten alle weiter gemacht, aber dann hätte ich einen 45 stunden wochenplan gehabt. das ging natürlich nicht. :eek:
von den lehrern fand ich unsere schule ganz ok. viele haben nachmittags außerschulische aktivitäten angeboten. unser gemeinschaftskundelehrer hat eine sport-ag geleitet, der astronomielehrer hat jeden freitag eine politische diskussionsrunde durchgeführt, eine der biolehrerinnen hat kurse für autogenens training und entspannungsübungen bei prüfungsstreß angeboten, die musiklehrer haben natürlich den schulchor geleitet und die deutschlehrerin hat sich um die theatergruppe gekümmert. je nachdem wie man lust und zeit hatte konnte man sich da eintragen und bei den freizeitaktivitäten waren meist auch unterschiedliche klassenstufen vertreten. offensichtlich scheint das ja nicht die regel zu sein, dass lehrer sich auch in ihrer freizeit noch mit ihren schülern beschäftigen. das finde ich sehr wichtig. wenn man selber mal etwas mehr über den lehrer erfährt, dann gibt man sich auch mehr mühe im unterricht. so wars jedenfalls bei mir. :D
man könnte das freizeitangebot dabei sehr vielfällig gestalten. einmal könnte es angebote geben, die sich nur an bestimmte klassenstufen oder an eine klasse richten, andererseits sind angebote für alle altergruppen auch wichtig.
man kann natürlich keinen lehrer zwingen seine freizeit mit seinen schülern zu verbringen...
auch ab und zu mal unterricht im freien. das lockert auf und man lernt, finde ich, automatisch besser, weil man entspannter ist.

ich habe außerdem zum beispiel mit ein paar freundinnen an der schule früher eine schülerzeitung raus gegeben. wir durften dafür unentgeltlich den kopierer im lehrerzimmer benutzen und durften bei eiligen ausgaben auch mal zu spät zum unterricht kommen. solche eigenständigen projekte sollten in jedem fall durch lehrer angeregt und gefördert werden!
 
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