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Hypothese oder Theorie der Fortpflanzung

Georg Reischel

Säugetier: Eutheria
In der Suchmaschine findet man nichts, wenn man nach Hypothese oder Theorie der Fortpflanzung sucht. War die Annahme, dass die Organismen sich fortpflanzen, denn nie eine Hypothese oder im weiteren eine Theorie?
 
D

Deleted member 3788

Gast
Da hier keine Antwort kommt, auch von keinem Admin, liegt die Vermutung nahe, dass die Frage gar nicht verstanden worden ist. Daher versuche ich mal, sie ein wenig ausschweifender zu formulieren und ein paar Erklärungen zu liefern, warum sie nicht verstanden wird.
Die Menschen nehmen, seit sie erkannt haben, was Sexualität mit Nachwuchs zu tun hat, an, dass sich die Individuen fortpflanzen, zumal der Nachwuchs auch Ähnlichkeiten der Eltern aufweist. Eltern sind hier die Frau, in deren Körper das neue Individuum über Monate heran reift, und das männliche Individuum, dessen Sperma vorher im Körper der Mutter gelandet ist. Aus dieser Erkenntnis leitete der Mensch ab, dass sich die Individuen fortpflanzen, und das gilt sowohl für die eigene Spezies wie für alle anderen mit zwei Geschlechtern. Also war dies eine unumstößliche Tatsache und niemals eine Theorie.
Doch andererseits gibt es die Zelltheorie, die besagt, dass jede Zelle aus einer Zelle entsteht. Und wenn man es genau betrachtet, stellt man fest, dass dies immer gilt. Auch bei der so genannten Fortpflanzung entsteht neues Leben direkt aus einer Zelle. Nämlich der Eizelle, die zuvor den haploiden Chromosomensatz eines Spermiums in ihr zelluläres Geschehen integriert hat. Dies ist der einzige Fall, wo gesagt werden könnte, dass aus zwei Zellen eine neue entsteht. Aber auch das wäre ungenau formuliert, denn das Spermium kann nicht als vollständige Zelle bezeichnet werden, weil ihm das Zytoplasma fehlt. Der Eizelle, in der bereits alles angelegt ist, damit sie keimen kann (daher ist die Eizelle in Wahrheit der Same und nicht das Spermium), fehlt nur noch ein haploider Chromosomensatz, damit ihr Genom vollständig wird. Dann fängt der Mechanismus an, der bei jeder Zellteilung ausnahmslos stattfindet.
Daher ist es redundant, die Entstehung des Lebens von der Zellebene noch einmal explizit auf die Ebene der Organismen zu heben. Die Organismen pflanzen sich nicht selbst fort, denn sie werden von Zellen und ausschließlich durch Zellen fortgepflanzt. Daraus folgt, dass es in Wahrheit gar keine geschlechtliche Fortpflanzung geben kann. Eine Theorie, die damit widerlegt ist. Aber niemandem fällt es auf.
Doch auf der Annahme, dass sich die Organismen fortpflanzen, basiert die gesamte menschliche Gesellschaft. Hartnäckig hält sich die Überzeugung, dass das Spermium ein Same ist, der Mann das Kind zeugt und die Frau von ihm schwanger wird. Des weiteren wird diese Überzeugung auch dazu genutzt, Tiere zu züchten (und damit zu missbrauchen). Würde also die Überzeugung, die Individuen pflanzen sich fort, (endlich) hinterfragt werden, würde das gesamte patriarchale gesellschaftliche riesige Kartenhaus zusammenbrechen. Dies darf unter keinen Umständen geschehen bzw. könnten die meisten Menschen gar nicht denken, weil ihnen eine alternative Vorstellung fehlt.
 
Störtebeker hat geschrieben:
Daraus folgt, dass es in Wahrheit gar keine geschlechtliche Fortpflanzung geben kann.
Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung hat der Nachkomme die gleichen Gene wie sein Vorfahre. Schon mal ein Kind gesehen, dass eine identische Kopie seiner Mutter war? ;-)
 
D

Deleted member 3788

Gast
Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung hat der Nachkomme die gleichen Gene wie sein Vorfahre. Schon mal ein Kind gesehen, dass eine identische Kopie seiner Mutter war? ;-)
Hast du eigentlich nur ein einziges Wort von dem verstanden, was ich schrieb?
 
Ja, und ich sehe den Widerspruch nicht. Du hängst dich an sprachlichen Ungenauigkeiten auf (was ja an sich erst mal in Ordnung ist) und stellst dann auf Basis dessen Sätze in den Raum wie der, den ich oben von dir zitiert habe. Erläutere gerne noch mal, wie Menschen sich in deinen Augen ungeschlechtlich reproduzieren. :-D
 
D

Deleted member 3788

Gast
Das schrieb ich bereits. Fortpflanzung geschieht auf der Ebene der Zellen. Es ist redundant, sie noch einmal auf die Ebene der Individuen zu setzen. Es gibt zwei Geschlechter, damit die genetische Diversität der Spezies gewährleistet ist. Aber die Reproduktion läuft ausschließlich auf der Zellebene ab.
 
Nun, du unterscheidest zwischen Reproduktion auf Zellebene und genetischer Fortpflanzung, in Ordnung. Die Gene des Nachwuchses stammen jedoch von Mutter und Vater (oder, wie du richtig anmerkst, sprachlich genauer: von Eizelle und Spermium). Es verschmelzen zwei Zellkerne miteinander und es finden Rekombinationsprozesse statt. Wie würdest du diesen Prozess bezeichnen wollen?
 
Ok, dann drehen wir uns wohl im Kreis. Ich sehe deinen Punkt, dass Fortpflanzung auf Zellebene stattfindet. Weshalb sich daraus ergäbe, dass Menschen sich nun überhaupt nicht (oder ungeschlechtlich?) fortpflanzen, erschließt sich mir nicht. Und wohl auch keinem anderen hier im Forum, auch wenn ich auf weitere Antworten sehr gespannt bin.
 
D

Deleted member 3788

Gast
Die Gene des Nachwuchses stammen jedoch [...] von Eizelle und Spermium
Genau das ist der springende Punkt.
Weshalb sich daraus ergäbe, dass Menschen sich nun überhaupt nicht (oder ungeschlechtlich?) fortpflanzen, erschließt sich mir nicht.
Nicht nur Menschen nicht, auch alle Säugetiere nicht oder Vögel oder andere Spezies, die sich geschlechtlich zusammen tun, um Spermium und Eizelle zusammen zu bringen. Denn, wie ich schon mehrmals schrieb: Die Fortpflanzung findet ausschließlich auf zellulärer Ebene statt. Und nicht auf der Ebene der Individuen. Dazu muss man auch wissen, dass die Gene keineswegs weiter gegeben werden. Denn auch sie werden im zellulären Geschehen über Moleküle reproduziert und entstehen in jeder Zelle, die durch Zellteilung entsteht, neu. Sie sind der Grund für die Zelltypen, die entstehen, welche dann später für den Phänotyp des Individuums sorgen.
Und wohl auch keinem anderen hier im Forum, auch wenn ich auf weitere Antworten sehr gespannt bin.
Es ist mir klar, dass dieser Gedankengang ungewöhnlich bis abwegig erscheint. Ich selbst habe auch einige Zeit gebraucht, um meine Annahmen bezüglich der geschlechtlichen Fortpflanzung zu hinterfragen und den Widerspruch zur Zelltheorie zu erkennen. Daher hoffe ich, dass der Initiator dieses Threads sich zu diesem Thema noch zu Wort meldet.
 
Die Fortpflanzung findet ausschließlich auf zellulärer Ebene statt. Und nicht auf der Ebene der Individuen.
Unsere Betrachtungsweisen unterscheiden sich hier insofern, dass ich die Unterscheidung in Zelle/Organismus keineswegs als entscheidend sehe. Alle körperlichen Vorgänge laufen auf Zellebene ab, deshalb kann man sie noch lange nicht vom Organismus abkoppeln. Am Ende sind es eben doch die Organismen, die ihre Art durch Fortpflanzung erhalten. Der Nachwuchs trägt die Gene von Vater und Mutter, erhalten hat er diese durch das Zusammentreffen von Spermium und Eizelle, also durch geschlechtliche Fortpflanzung.

Daher hoffe ich, dass der Initiator dieses Threads sich zu diesem Thema noch zu Wort meldet.
Ah, du bist wohl nicht "Georg Reischel". War mir da nicht so sicher. ;-)
 
D

Deleted member 3788

Gast
Unsere Betrachtungsweisen unterscheiden sich hier insofern, dass ich die Unterscheidung in Zelle/Organismus keineswegs als entscheidend sehe. Alle körperlichen Vorgänge laufen auf Zellebene ab, deshalb kann man sie noch lange nicht vom Organismus abkoppeln.
Doch. Es ist entscheidend. Denn der Organismus IST die Zellebene.
Der Nachwuchs trägt die Gene von Vater und Mutter, erhalten hat er diese durch das Zusammentreffen von Spermium und Eizelle, also durch geschlechtliche Fortpflanzung.
Nein. Durch Sex. Und hier gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen dem männlichen und dem weiblichen Individuum. Auch das hatte ich bereits in meinem ersten Post angedeutet.
Ah, du bist wohl nicht "Georg Reischel". War mir da nicht so sicher. ;-)
Wie kannst du dir aufgrund einer in deinem Kopf entstandenen Annahme (aus welchen Gründen auch immer sie entstanden ist) sicher sein?
 
Denn der Organismus IST die Zellebene.
Eben hast du noch darauf bestanden, dass Zelle und Organismus völlig verschiedene Dinge seien, die man nicht gleichsetzen dürfe. Also was nun? :)

Nein. Durch Sex.
Dass vorher Sex stattfinden muss, habe ich jetzt mal vorausgesetzt.

Wie kannst du dir aufgrund einer in deinem Kopf entstandenen Annahme (aus welchen Gründen auch immer sie entstanden ist) sicher sein?
Kann ich nicht :)
 
D

Deleted member 3788

Gast
Ich habe auf gar nichts bestanden, aber du hast mich nicht verstanden. So einfach ist das. Denn: Das Missverständnis liegt immer beim Empfänger (auch etwas, was kaum jemandem bewusst ist).
Ich habe gesagt: Es ist REDUNDANT, die Fortpflanzung, welche auf zellulärer Ebene stattfindet, noch einmal explizit auf die Ebene der Individuen zu heben.
 
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Deleted member 3788

Gast
Ist auch nicht das gleiche, dafür dasselbe.
 
Vielleicht solltest du daran arbeiten, dich klarer auszudrücken:p Dann würde man deine Aussagen sicher besser verstehen (ja, auch wenn das Missverständnis beim Empfänger liegt - man kann auch als Sender etwas dafür tun, dass es gar nicht erst dazu kommt :)) Nichts für ungut. Und bitte nicht hauen dafür.
 
D

Deleted member 3788

Gast
Ich sollte gar nichts. Meine Aussagen habe ich so klar formuliert wie es mir möglich war und nach bestem Wissen und Gewissen. Es liegt in meiner Verantwortung, was ich schreibe und sage. Aber nicht, was du davon verstehst. Das liegt in deiner.
 
Es liegt in meiner Verantwortung, was ich schreibe und sage.
Nichts anderes wollte ich dir noch mal ins Bewusstsein rufen. ;) Weiß ja nicht, welche Resonanz du normalerweise so auf deine Aussagen bekommst, aber falls es auch außerhalb dieses Threads häufig Unverständnis sein sollte - vielleicht noch mal nachdenken, ob eindeutigere Formulierungen die Kommunikation verbessern könnten.
 
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Deleted member 3788

Gast
Ja, danke für den Tipp, den gebe ich gern an dich weiter.
 
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