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Instinktmodelle

Julchen83

Einfacher Vertebrat
#1
Hallo ihr Lieben, ich bin neu hier in diesem Forum. Und ich dachte mir vielleicht könnt ihr mir vielleicht bei dieser Aufgabe helfen.


Aufgabe lautet:

Kruijt zog männliche Bankivahühner isoliert bis zum Alter von 6 Monaten auf. Dabei beobachtet er:
a) Im Alter von 3 Monaten bekämpften die Junghähne ihren Schwanz, eine Heizlampe, dem Menschen oder den eignen Schatten.
b) Eine Kontrollgruppe von Hähnen, die in Gruppen aufwuchsen, unterschied sich im Verhalten von den isoliert aufgezogenen nicht.
c) Tiere, die Gelegenheit hatten, einen bunten Stock zu attakieren, kämpften fast ununterbrochen.

Fragen:
4.1 Stellen sie die Instinktmodelle von Lorenz (neues oder altes) und Deutsch dar.
4.2. Interpretieren sie jedes Ergebnis mit Hilfe der Instinktmodelle und entscheiden sie, welches Modell zur Deutung der Versuchsergebnisse besser geeignet ist.

Ich hoffe auf ganz viele Hilfen von euch. Bin da echt am Verzweifeln

Gruß Julchen
 

mik

Administrator
Moderator
#2

Julchen83

Einfacher Vertebrat
#3
Hallo noch mal, also verstehe ich es richtig, dass ich in der Aufgabe 4.1 nur die beiden Modelle beschreiben soll oder muss ich diese beiden Modelle auf den Versucht beziehen?

Da bin ich mir halt nicht so sicher wie das gemeint ist.

Bitte um Antwort

Gruß Julchen
 

mik

Administrator
Moderator
#4
Julchen83;7217 hat geschrieben:
Hallo noch mal, also verstehe ich es richtig, dass ich in der Aufgabe 4.1 nur die beiden Modelle beschreiben soll oder muss ich diese beiden Modelle auf den Versucht beziehen?

Da bin ich mir halt nicht so sicher wie das gemeint ist.

Bitte um Antwort

Gruß Julchen
In 4.1 sollst du - so die ausdrückliche Formulierung - in der Tat nur in allgemeiner Form die Modelle darstellen.
Erst in 4.2 geht es darum, diese Erklärungsmodelle auf den Versuch anzuwenden und zu begründen, welches Modell sich aus welchen Gründen besser zum Verständnis eignet bzw. aus welchen nicht.

Bist du inhaltlich inzwischen weitergekommen?

Gruß

mik
 

Julchen83

Einfacher Vertebrat
#5
Hallo noch mal, so ich haben jetzt denke ich die richtige Lösung.

Ich werd sie mal hier hin schreiben und bitte dann um evt. Korrekturen oder Ergänzungen. Vielen Dank im Voraus.
Gruß Julchen


4.1. Lorenz: Konrad Lorenz hat das psychohydraulische Instinktmodell entworfen. In seinem Modell wird die Instinkthandlung mit dem öffnen des Ventils gleichgesetzt. Das Öffnen der Ventile bzw. die Instinkthandlung geschieht durch den Druck der Wassersäule (aktionsspezifische Motivation). Wenn man nun also Wasser hinzufügt, sprich innere Reize, so steigt auch die Wassermenge im Behälter, was soviel bedeutet, dass die aktionsspezifische Motivation im Instinktzentrum des ZNS zunimmt. Das Ventil im psychohydraulischen Instinktmodell kann man also auch als Reizschwelle betrachten. Je höher also der Druck auf die Ventile, d.h. sie öffnen sich, desto mehr Wasser kann demnach heraus fließen. Die Wassermenge, die heraus kann, wird hier als Stärke des Verhaltens dargestellt.Außerdem ist das Ventil noch mit einem Gewicht versehen. Dieses Gewicht stellt hier den Schlüsselreiz dar. Allerdings kann sich das Ventil aber auch öffnen, wenn kein Gewicht vorhanden ist. Man spricht dann von einer so genannten Leerlaufhandlung. Bei extrem hoher Motivation, also Leerlaufhandlung, öffnet sich das Ventil auch ohne Gewicht. Ansonsten wird aber das Ventil durch schweres Gewicht, d.h. durch einen starken Schlüsselreiz, geöffnet. Die Reaktion wird ausgelöst.
Da aber viele Forscher diese Leerlaufhandlung kritisierten, hat Lorenz ein weiteres Modell entworfen.
Bei seinem zweiten Modell berücksichtig er weitere Elemente. Er berücksichtigt nicht nur die inneren Reize, die die Motivation erhöhen, sondern auch die äußeren Reize. Bei diesem Modell lässt er das Gewicht weg. Der Schlüsselreiz nimmt in seinem zweiten Modell also eine ähnliche Rolle ein wie die anderen Reize. In seinem Modell wird hier Wasser von oben in den Behälter gekippt (äußerer Reiz). Somit trägt dieser äußere Reiz auch zur Erhöhung der Motivation bei. Die inneren Reize tragen aber mehr zur Reaktion bei als die äußeren.

Deutsch: Deutsch entwickelte ebenfalls ein Instinktmodell. In seinem Modell verwendet er Begriffe, die den kybernetischen Vorstellungen entnommen sind.
In seinem Modell werden die Veränderungen von einem Analysator (Rezeptorsystem) wahrgenommen. Dieser Analysator meldet diese Veränderung der zentralen Schaltstelle. Diese Schaltstelle bringt auch Meldungen vom inneren Milieu mit sich und verknüpft die Meldungen von außen mit dem inneren Zustand. Vom inneren Milieu kommen Meldungen wie z.B. der Hunger. Wenn erforderlich, wird das motorische System (Muskeln) aktiviert. Der Organismus zeigt dann ein bestimmtes Verhalten. Die Umwelt verändert sich und wird dann nochmals analysiert. Dadurch kann allerdings auch ein Abschalten der Verhaltensweisen, d.h. eine Rückkopplung, hervorgerufen werden.
Es sei hier noch angemerkt, dass „Umwelt“ auch auf einem bestimmten physiologischen Zustand wie z.B. Konzentration von Zucker im Blut angewandt werden kann.


4.2.
a) Lorenz: Da die Hähne isoliert sind, haben sie keine Möglichkeit mir ihren Artgenossen zu kämpfen. Und da sie keine Möglichkeit haben, erhöht sich auch die Motivation im Instinktzentrum. Bei sehr hoher Motivation genügt zur Auslösung der Reaktion schließlich ein wenig spezifischer Reiz. Im unserem Falle ist der spezifische Reiz zuerst der eigene Schwanz. Allerdings kann dieser, meiner Meinung nach, auch als eine Art Schlüsselreiz gesehen werden.
Da aber die Motivation immer höher wird, weil ja die Hähne keine Artgenossen zum Bekämpfen haben, werden auch bald die Heizlampe und der Mensch attackiert. Das Kämpfen mit dem eigenen Schwanz ist dem zu folge als Leerlaufhandlung zu deuten.
Bezüglich des alten Modells von Lorenz ist der Schlüsselreiz am Anfang sehr hoch, d.h. das Gewicht ist schwer und das Wasser fließt. Allerdings ist dies bei der Leerlaufhandlung nicht mehr erforderlich. Da ja der Druck der Wassersäule aufgrund der hohen Motivation zunimmt und sich das Ventil ja öffnet.
Deutsch: Interpretiert man das Versuchsergebnis a) mit Hilfe von Deutschs Instinktmodell, so ist folgendes fest zustellen:
Die „Reize“, also Schwanz, Lampe und Mensch sind die Auslöser für das Verhalten. In Bezug auf Deutschs Modell und diesem Ergebnis kann man also keine Aussagen über die Motivation machen. Auch kann man das Bekämpfen des eignen Schattens nicht eindeutig interpretieren.

Somit denke ich, dass hier das Lorenz Modell für die Interpretation des Ergebnisses besser geeignet ist.

b) dieses Ergebnis lässt sich nur mit Hilfe des Instinktmodells von Deutsch erklären, da ja bei Lorenz ständig Hähne vorhanden waren und sich diese sich ja gegenseitig bekämpfen könnten. Bei Ergebnis a) ist ja der Reiz nicht vorhanden, dennoch wird die Motivation immer höher. So scheint es mir, dass dem Junghahn völlig egal ist, was er attackiert. Auch bei b) ist es ähnlich. Es sieht so aus, als ob die Hähne unter sich keinen Reiz ausüben können. Wenn das aber der Fall wäre, dann würden sie sich ja gegenseitig bekämpfen.

c) Auch dieses Ergebnis bzw. die Beobachtung lässt sich nur mit dem Instinktmodell von Deutsch interpretieren. Bei Lorenz müsste ja in diesem Falle die Aggression der Hähne sinken, wenn die Motivation abnimmt. Der bunte Stock ist hier als eine Superattrappe zu bezeichnen. Die Hähne bekommen diese einfach hingestellt, um sie zu bekämpfen. Die Attrappe löst also somit einen sehr starken Reiz und die dementsprechende Reaktion, das Bekämpfen, aus. Solange also die Attrappe in Sichtweite der Hähne ist, solange wird sie auch attackiert. Demnach kämpfen die Hähne in allen 3 Versuchen auf Grund der Reize nach Deutsch.
 

Julchen83

Einfacher Vertebrat
#6
Danke für die Hilfe

Hallo, ich wollt mich mal bedanken für eure Hilfe, ich hab nämlich meine Bioarbeit zurückbekommen. Und es ist eine glatte 1 geworden.

Lieben Gruß Julchen
 
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