• Willkommen im Biologie-Forum! Du brauchst Hilfe? In unserem Biologie-Forum kann jeder seine Fragen zur Biologie stellen - und anderen bei Fragen helfen.

Membranphysiologie Fragen

klauba

Einfacher Vertebrat
Keine Sorge. Was ein Protein ist oder wie es aufgebaut ist, ist natürlich kein Problem. Der Grund für das Hüpfen ist übrigens, dass alle Themen parallel in einer Prüfung dran kommen. Das macht es eben nicht gerade einfacher.
"Was Proteine in einer Zelle machen" war vielleicht auch falsch formuliert. Der Unterschied zwischen cotranslationaler Translokation und posttranslationaler Translokation zu verstehen, ist vermutlich mein Hauptproblem. Ich bin auch kein Wissenschaftler oder am Ende der Vorklinik, sondern stehe fachfremd am Anfang des Studiums
 

cigouri

Säugetier: Eutheria
Ach so, ja dann brauchst du dir ja eigentlich keine großen Sorgen machen. Dann ist es nur ein kleines Problem mit der oft ziemlich verwirrenden Vielfalt der biomedizinischen Terminologie (Biologie und Medizin dürften wohl die weitaus "fachbegriffsreichsten" Wissenschaften sein). Leider ist das oft auch ein klein wenig die "Schuld" der Literatur, die manchmal etwas "wischiwaschi" hinsichtlich bestimmter Formulierungen und der genauen Abgrenzung von Fachtermini ist. Der Unterschied zwischen "cotranslationaler" und "posttranslationaler" Translokation ist doch eigentlich schon anhand der Wortstruktur erkennbar (co = gleichzeitig, simultan, synchron / post = danach, später, anschließend) erkennbar. "Cotranslational" bedeutet einfach, dass die wachsende Proteinkette während sie noch am Ribosom translatiert wird durch eine Membran des ER von der cytoplasmatischen Seite her ins Lumen des ER (es gibt verschiedene Mechanismen, wie das im Detail funktioniert) "hindurchgefädelt" wird. Bei einer "postranslationellen Translokation" wird das Protein erst (meistens an freien Ribosomen im Cytopasma fertigsynthetisiert und dann anschließend, ebenfall durch eine Art "porenbilden Komplex" vom Cytoplasma ins Lumen des ER transportiert wird. Schau dir einfach mal die Erläuterungen und Graphiken im "Molekularbiologie der Zelle" von Alberts, Johnsonn etc. an. Lies den Text genau durch (liest sich spannend wie ein Kriminalroman :) ). Da werden sich dir garantiert neue Welten erschließen :cool: . Aber wie schon gesagt, bei Prüfungen und Klausuren, reicht es den Prüfern eigentlich aus, wenn du denen z. B. bei einer Frage zum Unterschied zwischen Co- und postranslationaler Translokation einfach erwiderst, was ich oben ganz kurz - und ohne auf Details einzugehen - dargelegt hatte. Es ist zwar ganz nett, wenn du dabei vielleicht das eine oder andere Protein erwähnen kannst (z. B. SRP oder Sec61) welches bei der Cotranslokation eine Rolle spielt, aber du musst doch um Gottes willen nicht genau wissen, wie sich dabei jede einzelne Schlaufe oder alpha-Helix verändert oder welche AS da genau dran beteiligt sind. In der Regel fragen die Prüfer fair. Sie prüfen eigentlich nur, ob du während des Semesters aufgepasst und mitgemacht hast oder gar nichts gemacht hast.

Ich war viele Jahre lang Beisitzer/Protokollant bei Prüfungen (bei einem sehr freundlichen und Studenten sehr wohlgesonnen Prof.). Dieser Prof hatte es mal so formuliert (sinngemäß):

"Die meisten Studenten haben zu viel Angst vor Prüfungen - merkwürdigerweise sogar fleißige und motivierte Studenten - die glauben allen Ernstes, man wolle sie während der Prüfung "plattmachen" oder "auseinandernehmen". Gerade das macht ein guter Prüfer eben nicht, denn er weiß genau, dass man jeden, sogar einen Nobelpreisträger, während einer Prüfung "plattmachen" kann, einfach indem man beim Prüfling auslotet, wo eventuell Schwächen bestehen, und dann genau die Schwachstellen des Prüflings ausnutzt. So könnte man ja jeden, einschließlich mir selbst "fertigmachen" - Wer will schon eine derartig schwachsinnige Prüfung abhalten?"

Fazit: Jeder - sogar der/die Klügste hat "Wissenslücken", Es ist also nur natürlich und sogar prüfende Professoren wissen dies ganz genau, "Wissenslücken" zu haben. Es ist eben nur die Frage, ob es gigantische, inakzeptable Wissenslücken, oder nur kleinere bzw. überschaubar große und leicht behebbare Wissenslücken sind.

Glaub mir: Ich kenne ehrlich gesagt keinen Prüfer (und ich habe mehrere Prüfungen hinter mir, sowohl "passiv" als auch "aktiv"), der "kleine Wissenslücken" mit einer 4 als Note oder gar mit Durchfallen bestraft (obwohl ich gehört hatte, dass es wohl auch sehr harte Brocken unter Prüfern gibt) LG
 
zuletzt editiert:

cigouri

Säugetier: Eutheria
1609979044538.png
So funktioniert grob die cotranslationale Translokation
 

Dateianhänge

  • 1609979015725.png
    1609979015725.png
    11 KB · Aufrufe: 0

klauba

Einfacher Vertebrat
Erstmal. Danke. Das Lesen und Schreiben darüber hilft mir schon ziemlich weiter.
Von der Wortbedeutung ist cotranslationale und posttranslationale Translokation tatsächlich auch klar. Ich dachte bisher nur immer die cotranslationale ist eine "Sache des ER". Das hatten wir ja weiter oben. Die posttranslationale Translokation assoziierte ich immer mit Proteinen, die in den Zellkern, das Peroxisom oder die Mitochondrien gehen. Ich dachte posttranslationale Translokation bezieht sich darauf, dass diese Proteine frei im Zytoplasma entstehen (an freien Ribosomen) und danach translokalisiert werden (sozusagen) -eben zu diesen 3 genannten Kompartimenten/Organellen. Ist diese Annahme falsch?
Und ob man eben aus deinen Angaben schließen kann,dass ein Transmembranprotein am ER sowohl posttranslational als auch cotranslational entstehen kann?
Das wäre ja wieder das Problem der zweiten hydrophoben Aminosäure, die die Integration in die Membran veranlasst.

(das meinte ich wohl weiter oben auch damit, dass mir Proteinverkehr nicht so ganz klar ist).

Eine Sache hätte ich noch, bei der ich einfach nicht weiterkomme und sich die Unterlagen und Angaben im Netz widersprechen. Rab 5, 7 und 11.
Kann hier jemand sagen, was sie genau machen?
Ich dachte :
Rab 5 führt zu einer Fusion eines endozytierten Vesikels und der Fusion mit dem frühen Endosom.
Rab 7: führt ein spätes Endosom (das ich gleichbedeutend sah mit MultiVesicularBody) zum Lysosom
und Rab 11: führt eine spätes Endosom bzw. einen sich von ihm abschnürenden Vesikel mit eingeschlossenem Rezeptor auf den Recylcing Weg . Ist das so korrekt?
 

klauba

Einfacher Vertebrat
Ich muss ergänzgen: die Transmembranproteine, die am ER contranslational entstehen, sind diejenigen, die letztlich dann auch in der Zellmembran eingebaut werden?
Blöde Frage, aber diese größeren Zusammenhänge sind für mich derzeit am Wichtigsten, denke ich.
 
nach oben