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Rezeptives Feld

Biologin_1

Komplexer Mehrzeller
Hallo,

wenn ich ein rezeptives Feld R-/G+ (Zentrum/Umfeld) habe und grünes Licht auf U und Z strahle, was passiert dann? Reagiert die Zelle dann nicht? Wie sieht es aus wenn es sich um ein RF mit G-/R+ handelt und ich rotes Licht auf beide Bereiche strahle? Ich würde auch hier sagen, die Zelle reagiert nicht, da Inhibition und Exzitation sich aufheben.. Ist es eigentlich nicht egal, welches Licht ich auf alle beide Bereiche strahle (die Zelle wird eh nicht antworten wegen der Aufhebung)?

LG
 

cigouri

Säugetier: Eutheria
Ich schreib dir gleich nochmal was zu den Rezeptiven Feldern.

Hatte gerade nochmal was zu den NMDRs für dich rausgefischt,das gibts erstmal vorneweg. Muss dann kurz nochmal was anderes machen und dann gibts dazu was.

Man weiß übrigens eigentlich nur sehr,sehr wenig über die Rolle von preNMDRs. Die Befunde der Forschung sind sehr widersprüchlich und die wissenschaftliche Diskussion darüber ist noch weit davon entfernt abgeschlossen zu sein. Man ist sich aber einig, dass preNMDRs etwas mit Langzeit-Plastizität zu tun haben, wahrscheinlich eher mit Langzeitdepression (LZD), als mit Langzeitpotenzierung(LZP).

Falls du großes Interesse hast, und ihr das auch durchgenommen habt. Dabei spielen auch die „Canabinoid-Rezeptoren“ (CBRs, vor allem CB1R) und sogenannte metabotrope Glutamatrezeptoren (das sind Glutamtrezeptoren, die keine Ionenkanäle sind, sondern nach Bindung ihres Liganden Glutamat intrazellulär Signale weitergeben) eine Rolle.

Die Astrocyten setzen hierbei neben Glutamat auch D-Serin frei (nicht wundern, D-Serin! Ich weiß ihr habt gelernt, dass alle proteinogenen Aminosäuren L-Aminosäuren sind,aber es gibt in den Zellen auch durchaus ein paar D-Aminosäuren, nur dass die eben nicht in Proteinen vorkommen, sie spielen aber bei verschiedenen Prozessen der intra und interzellulären Signalverarbeitung eine wichtige Rolle).

Sowohl das von den Astrocyten freigesetzte Glutamat als auch das D-Serin aktivieren die preNMDRs. Postsynaptisch und auch von den Astrozyten werden bei der LZD auch noch sogenannte „Endocannabinoide“ (eCBs) freigesetzt. Diese eCBs binden an präsynaptische Cbs.

Wenn die präsynaptischen CB1R-Rezeptoren und die preNMDARs Glutamat, D-Serin und eCBs binden dann hemmen sie die Vesikelfusion und damit die Freisetzung des Neurotransmitters Glutamat in den Synaptischen Spalt.

Die CB1R-Rezeptoren hemmen direkt die Glu-Freisetzung,die preNMDRs indirekt über ein Protein namens „Calcineurin“.

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cigouri

Säugetier: Eutheria
Wenn ein Rezeptives Feld vorliegt, wie du es beschreibst, also ein Rot-Zapfen im Zentrum und darum herum lauter Grün-Zapfen, dann wird,wenn der Rotzapfen gereizt (und damit HYPERPOLARISIERT wird,weil bei retinalen Photorezeptoren ja ein Reiz eine Hyperpolarisation und keine Depolarisation bewirkt) dann wirkt das hemmend (also depolarisierend) auf die Grünzapfen in der Umgebung (und natürlich umgekehrt).


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cigouri

Säugetier: Eutheria
Ach so, wenn du auf die Graphik in meiner letzten Antwort klickst, kommt ein netter link zu einem ganz guten Artikel, der das ganze nochmal genauer erklärt. LG :)
 

cigouri

Säugetier: Eutheria
Ach so, wenn du auf die Graphik in meiner letzten Antwort klickst, kommt ein netter link zu einem ganz guten Artikel, der das ganze nochmal genauer erklärt. LG :)
Wenn ein Rezeptives Feld vorliegt, wie du es beschreibst, also ein Rot-Zapfen im Zentrum und darum herum lauter Grün-Zapfen, dann wird,wenn der Rotzapfen gereizt (und damit HYPERPOLARISIERT wird,weil bei retinalen Photorezeptoren ja ein Reiz eine Hyperpolarisation und keine Depolarisation bewirkt) dann wirkt das hemmend (also depolarisierend) auf die Grünzapfen in der Umgebung (und natürlich umgekehrt).


Anhang ansehen 320
Wenn ein Rezeptives Feld vorliegt, wie du es beschreibst, also ein Rot-Zapfen im Zentrum und darum herum lauter Grün-Zapfen, dann wird,wenn der Rotzapfen gereizt (und damit HYPERPOLARISIERT wird,weil bei retinalen Photorezeptoren ja ein Reiz eine Hyperpolarisation und keine Depolarisation bewirkt) dann wirkt das hemmend (also depolarisierend) auf die Grünzapfen in der Umgebung (und natürlich umgekehrt).


Anhang ansehen 320
Hallo,

wenn ich ein rezeptives Feld R-/G+ (Zentrum/Umfeld) habe und grünes Licht auf U und Z strahle, was passiert dann? Reagiert die Zelle dann nicht? Wie sieht es aus wenn es sich um ein RF mit G-/R+ handelt und ich rotes Licht auf beide Bereiche strahle? Ich würde auch hier sagen, die Zelle reagiert nicht, da Inhibition und Exzitation sich aufheben.. Ist es eigentlich nicht egal, welches Licht ich auf alle beide Bereiche strahle (die Zelle wird eh nicht antworten wegen der Aufhebung)?

LG
Hi, ich hatte dir geantwortet, aber das ist irgendwie nicht als Antwort erschienen, sondern als "Beitragsfeld" hoff du findest es trotzdem. Das letzte Mal hattest du es ja auch irgendwie gefunden. LG
 

Biologin_1

Komplexer Mehrzeller
Danke dir nochmal für deine Beitrag von vorhin. Ich lerne gerne neue Sachen dazu :)

Hab ich das richtig verstanden, dass wenn grünes Licht auf R-/G+ strahlt, dass die Umgebung erregt wird aber im Zentrum erfolgt eine Inhibition? oder doch keine Antwort? :nailbiting
 

cigouri

Säugetier: Eutheria
Denke schon, dass du's verstanden hast :cool:
Hier aber nochmal zur Sicherheit ein kleiner Text:
ON-Zentrum-Ganglienzellen
Die rezeptiven Felder dieser Zellen besitzen eine OFF-Peripherie und geben eine ON-Antwort. In ihrem Zentrum befinden sich Sehzellen, deren Reizung erregend auf die Ganglienzelle wirkt, weshalb sie (mehr) Aktionspotentiale bildet. Die Peripherie, also die Sehzellen um das Zentrum herum, wirkt aber hemmend auf die Ganglienzelle, weshalb weniger beziehungsweise keine Aktionspotentiale gebildet werden. Die Ganglienzelle reagiert am stärksten, wenn das erregende Zentrum voll beleuchtet ist, während der hemmende Randbereich dunkel bleibt. Das entspricht einem hellen Punkt auf dunklem Untergrund.

OFF-Zentrum-Ganglienzellen
In der Retina von Säugetieren gibt es allerdings auch noch zu circa 50 Prozent OFF-Zentrum-Ganglienzellen, deren rezeptives Feld eine ON-Peripherie enthält und eine OFF-Antwort gibt. Die Wirkung ist umgekehrt wie bei ON-Zentrum-Ganglienzellen, das heißt es gibt ein hemmendes Zentrum und eine erregende Peripherie im rezeptiven Feld. Die Ganglienzelle reagiert also am stärksten auf einen dunklen Punkt auf hellem Untergrund.

 
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