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wenig zu genetischen Analyse geeigneter Organismus

Franzii110

Invertebrat
#1
Hallo,

in Entwicklungsbiologie wurde uns die Frage gestellt, welcher Organismus der am wenigsten geeignete zur genetischen Analyse ist. Maus, Xenopus, Zebrafisch, Drosphila oder Huhn.

Ich finde leider keine Antwort, geschweige denn eine Begründung hierfür... Bin um jede Hilfe dankbar!
 

Andrea

Säugetier: Eutheria
#2
Ich find die Frage auch irgendwie komisch, hängt ja wohl ganz davon ab, wofür die genetische Analyse durchgeführt wird. Ich würde am ehesten noch Huhn sagen, das wird kaum in der Genetik verwendet (wenn es nicht um die Huhn/Ei-Frage oder die Abstammung domestizierter Hühner geht.
Mäuse sind absolut allgegenwärtig, Drosophila auch.
Xenopus und Zebrafisch werden auch sehr oft verwendet.

Die Frage ist: Was ist mit "geeignet" gemeint?
Man braucht sehr schnell viele Nachkommen, daher ist das Huhn da evtl etwas weniger geeignet, das dauert einfach zu lange im Normalfall (zumindest länger als bei den anderen bei weniger Nachkommen gleichzeitig).

aber ist nur eine Vermutung...
 

Segler

Säugetier: Eutheria
#3
Hallo,

in Entwicklungsbiologie wurde uns die Frage gestellt, welcher Organismus der am wenigsten geeignete zur genetischen Analyse ist. Maus, Xenopus, Zebrafisch, Drosphila oder Huhn.

Ich finde leider keine Antwort, geschweige denn eine Begründung hierfür... Bin um jede Hilfe dankbar!
Nun ich würde ja meinen Lieblingsorganismus vorschlagen, an dem Genetiker im Gegensatz zur Drosophila (das ist doch das Lieblingstierchen!) garantiert keine Freude haben!Das ist Deinococcus radiodurans, ein robustes Kerlchen, verfügt über ein vierfach redundantes Genom, kann unter Strahlung Doppelstrangbrüche reparieren und wächst und gedeiht selbst bei einer Dauerbestrahlung mit 50 Sv/h. Hinweis: Ein Mensch ist nach einer Einmaldosis mit 4 bis 5 Sv erledigt!
Mutationen? Ist nicht!

Der Zebrabärbling ist übrigens in der Genetik eine beliebte und gern genommene Spezies!

Genetische Experimente an Hühnern? Da habe ich noch nichts davon gehört. Scheint kein Modellorganismus zu sein

Xenopus ist ein interessanter Modellorganismus, wird meines Wissens gern in der Krebsforschung und als Modell genommen, um menschliche Gendefektmutationen zu verstehen!
 
zuletzt editiert:

Andrea

Säugetier: Eutheria
#4
Aber gerade die Strahlenresistenz, genauer die Reparatur der DNA-Schäden durch Strahlung, macht Deinococcus doch wieder interessant für Genetiker, würde ich sagen.
 

Joffi

Moderator
Moderator
#5
Ich schließe mich an, die Frage ist erst einmal nicht präzise gestellt, da "geeignet" nicht definiert ist. Ein komplettes Genom in der Datenbank haben die alle. Vermutlich zielt der Fragesteller auf die Generationszeit ab, wäre zumindest schon mal ein plausibler Antwortversuch :) Viel Glück!
 

Segler

Säugetier: Eutheria
#6
Ich schließe mich an, die Frage ist erst einmal nicht präzise gestellt, da "geeignet" nicht definiert ist. Ein komplettes Genom in der Datenbank haben die alle. Vermutlich zielt der Fragesteller auf die Generationszeit ab, wäre zumindest schon mal ein plausibler Antwortversuch :) Viel Glück!
Ja nun! Was ist das Experimentierfeld der Genetiker? Die Generationszeit! Deswegen ist Drosophila als Modellorganismus ja so spannend - und der Mensch - obwohl wir da jede Menge medizinische Herausforderungen hätten, etwa Erbkrankheiten wie Mukoviszidose, Trisomie, 21, familiäre adematöse Polyposis oder Chorea Huntington zu eliminieren ... die Generationsfolge ist einfach zu lang, ob ein Eingriff etwas bringt ... das sähe man nach 30 Jahren! Von den Gegnern der Eingriffe in die menschliche Keimbahn - und jeden wissenschaftlichen Fortschritt -wollen wir erst mal gar nicht reden!
 

Joffi

Moderator
Moderator
#7
Das wird einige Kollegen hier auf dem Campus erstaunen. Das sind Genetiker und die arbeiten mit... Kühen.

Alles im Leben hat Vor- und Nachteile, Modellorganimen für genetische Studien eingeschlossen. Generationszeit ist genau EIN Parameter, hundert andere kann jeder für seine spezifische Fragestellung priorisieren, wie er mag.
 

Segler

Säugetier: Eutheria
#8
Das wird einige Kollegen hier auf dem Campus erstaunen. Das sind Genetiker und die arbeiten mit... Kühen.

Alles im Leben hat Vor- und Nachteile, Modellorganimen für genetische Studien eingeschlossen. Generationszeit ist genau EIN Parameter, hundert andere kann jeder für seine spezifische Fragestellung priorisieren, wie er mag.
Genetische Studien an Kühen?

Nehmen wir mal an, ich wäre ein Doktorand in Biologie und hätte 3-4 Jahre auf einer wie üblich mies bezahlten Promotionsstelle Zeit um meine Arbeit abzuliefern. Ich käme doch bei der Generationenfolge auf keinen grünen Zweig!

Oder sehe ich das falsch?

Matthias
 
zuletzt editiert:

Joffi

Moderator
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#9
Fragestellungen und Methodiken der modernen Genetik erfordern nicht zwingend Züchtungsexperimente. Wenn Du z.B. einen bestimmen Phänotyp-Genotyp-Zusammenhang (klassisch genetische Frage) aufklären willst, kann man z.B. einfach Individuen verschiedener Phänotypen komplett sequenzieren und vergleichen. Davon abgesehen bleibt Dir auch nicht viel übrig als in dem Modell zu arbeiten, in dem der Phänotyp auftritt (denk z.B. an Milchleistung, Muskelfettgehalt, Fellfarbe, Erbkrankheiten etc. pp.).
In anderen Zusammenhängen ist es sicher schlau, mit Hefe, Baktieren, Fruchtfliegen oder sonstwas zu arbeiten, in manchen eben nicht.

P.S.: Niemand wird zu einer Promotion gezwungen. Man kann einem Akademiker abverlangen, dem vorübergehend geringen Gehalt eine langfristige Kosten/Nutzen-Rechnung gegenüberzustellen :)
 
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