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Wissenschaftliche Arbeiten: Formelle Frage

Convenience

Säugetier: Eutheria
#1
Ich schreibe grad an meiner Bachelorarbeit und möchte die natürlich formell möglichst professionell aussehen lassen, auch wenn es "nur" ne Bachelorarbeit ist. Ich bin mir da aber bei ein paar Sachen unsicher:
Wie stark sollte ich z.B. bei dem Material und Methoden Teil in die Tiefe gehen? Ich muss ja schreiben, was ich genau gemacht habe, aber in welchen Gefäßen ich das gemacht habe, interessiert ja eigentlich niemanden, oder? Wie ist das mit Zentrifugationen? Wenn ich z.B. bei der Phasentrennung etwas nachhelfe, indem ich zentrifugiere, oder wenn ich zentrifugiere, um den Überstand abnehmen zu können - muss ich dann dazu schreiben, wie schnell/lange ich zentrifugiert habe? Und wie gebe ich das am Besten an? In g oder einfach einfach in rpm und Modell der Zentrifuge (z.B. 10 min bei 13 200 rpm, Eppendorf Modell XY) oder ist das Geschmackssache?

Wäre super, wenn mir da jemand von den "Veröffentlichungs-Erfahrenen" weiter helfen könnte!
 

Joffi

Moderator
Moderator
#2
Huiuiui, dünnes Eis, auf das ich da gehen müsste :). Schließlich hat da jeder ein wenig sein eigenes Gefühl für und vor allem derjenige, der´s bewerten soll. Aber zumindest Deine Zentrifugenfrage lässt sich eindeutig beantworten: g-Werte sind die einzig wahren. Wenn es allerdings auf die genaue g-Zahl gar nicht ankommt, wird auch oft so was geschrieben wie "top speed in a standard tabletop centrifuge" und ähliche Formulierungen.
Vielleicht noch was generelles: Der Mat&Meth-Teil soll dazu dienen, dass der nächste mit Deiner Arbeit auf der Bench alles reproduzieren kann. Wenn Du Dich also selbst in diese Situation reinversetzt, gibt´s Dir eine Vorstellung, wie tief Du gehen musst. Es ist z.B. wurscht, ob die Eppis von Eppendorf oder Sarstedt gekauft wurden, aber vielleicht entscheidend, dass der Ethanol p.a. war und nicht vergällt.
 

Elsi

Moderator
Moderator
#3
Bei uns hieß es immer dass man den g-Wert oder die rpm UND den Radius der Zentrifuge. Nur dann ist der Wert vergleichbar. Wenn ich nämlich einen gewissen Wert für die rmp nehme, der Radius deiner Zentrifuge aber 10cm größer ist als meiner haben wir nicht die gleiche Kraft genutzt.
Ich hab immer g genommen. Ich hatte bei beiden Bachelorarbeiten aber auch immer ne guideline. Habt ihr sowas nicht?
Ansonsten würde ich Joffi recht geben. Ein anderer Biologe sollte deine Schritte nachmachen können, dann ist es ein guter Methodenteil. Ich hab aber wo es ging auch geschrieben "the procedure was followed as described in the manufacturers manual" und dann nur Abweichungen beschrieben falls ich welche gemacht hab.
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#4
Erstmal vielen Dank für die Antworten! Eine Guideline haben wir nicht. Wir haben uns einmal getroffen und so ein paar Sachen, wie z.B. Aufbau und richtiges zitieren, Literaturangaben usw. besprochen, aber so Kleinigkeiten haben wir nicht besprochen. Die meisten Sachen weiß man ja auch schon durch die 478935775485943758409275840 Protokolle, die man schreiben musste, um überhaupt bis zur Bachelorarbeit zu kommen, aber bei manchen Sachen bin ich mir dann doch nicht ganz sicher. Und wenn ich mir schon die ganze Arbeit mache, dann soll's ja auch gut werden. ;)

Wie kommt man denn auf die g-Werte? Da gibt es doch sicher eine Formel, oder? Oder steht das in der Bedienungsanleitung der Zentrifuge oder so? Und wie berechnet man das für eine Schwingmühle, die sich ja nicht kreisförmig, sondern nur rauf und runter bewegt?


Seit ich an meiner Bachelorarbeit sitze fühle ich mich irgendwie chronisch dumm. :eek: :rolleyes: :)
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#5
Und wie ist das beim Vortexen? Da kann ich doch einfach nur "wurden gevortext" schreiben, oder? Ist "gevortext" ein richtiger Begriff, oder ist das nur umgangssprachlich?

Fragen über Fragen... :eek:
 

Der_Flo

Säugetier: Eutheria
#6


Wobei:
G = Fliehkraft
n = Umdrehungszahl pro Minute
r = Radius in mm

Laut Duden gibt es dein Wort "gevortext" nicht.
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#7
Der_Flo;9723 hat geschrieben:


Wobei:
G = Fliehkraft
n = Umdrehungszahl pro Minute
r = Radius in mm

Laut Duden gibt es dein Wort "gevortext" nicht.
Danke für die Formel!

Schade, vortexen ist so ein praktisches Wort. ;)
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#8
Kann mir noch jemand hier weiterhelfen?
Convenience;9720 hat geschrieben:
Und wie berechnet man die g-Werte für eine Schwingmühle, die sich ja nicht kreisförmig, sondern nur rauf und runter bewegt?
Und wenn ich vortexe, muss ich da auch g angeben? Unser Vortex hat garkeine rpm Anzeige, sondern nur Stufe 1-6 oder so. Reicht das, wenn ich schreibe, dass die Proben wärend der Extraktionszeit bei mittlerer Geschwindigkeit mit Hilfe eines Vortexes durchmischt wurden o.ä.?
 

Joffi

Moderator
Moderator
#9
Das Gerät heisst ja nun mal so. Da darf man dann vielleicht kein Verb draus machen, aber "auf dem Vortex(er) geschüttelt" oder "mit dem Vortexer gemischt" oder watt is ja auch schön.

Bei Schüttlern und Vortexern sind g-Angaben nicht üblich. Generell ist würde ich da keine quantitative Angabe machen, sondern beschreibende adjektive wie "heftig geschüttelt" oder "sanft geschüttelt".