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Xerophyten oder Sukkulenten??

marrya

Invertebrat
#1
Hallo alle zusammen,

ich hab da mal 'ne Frage: Was ist der Unterschied zwischen Xerophyten oder Sukkulenten?? Sind Sukkulente nur die Pflanzen die in ziemlich warmen Regionen wachsen und Xerophyten die, die in ziemlich warmen und in ziemlich kalten Regionen wachsen? :confused:
Erklärt es mir bitte!! Und wer sonst noch Informationen über die Anpassung von Pflanzen an die Trockenheit, der schicke sie mir doch bitte einfach zu oder schreibt sie ins Forum!!!

Schonmal im voraus herzlichen Dank!! :)
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#2
Hallo,

Sukkulenten
wachsen an Orten mit aridem Klima. Das heißt, dort fällt 10 bis 12 Monate pro Jahr weniger Niederschlag, als durch die Hitze verdunstet wird. Es ist also extrem trocken. Beispiele für den Lebensraum sind z.B. die (Sub-)Tropen, Wüsten, Steppen und Halbwüsten.
Sukkulenten sind an diesen Wassermangel angepasst, indem sie spezielle Wasserspeicherzellen besitzen. Diese können je nach Sukkulentenart im Stamm, in der Wurzel oder in den Blättern angelegt sein. Je nachdem, wo das Gewebe ist nennt man das dann auch Stamm-, Wurzel- oder Blattsukkulenz.
In diesem Gewebe speichert die Pflanze Wasser - wie der Name "Wasserspeicherzellen" ja schon sagt.
Dadurch sind die Pflanzenteile, die das Gewebe enthalten sehr "fleischig" und dick. Daher kommt auch der Name Sukkulenten: vom lateinischen succus, was soviel wie "Saft" bedeutet. Ein Beispiel für eine Sukkulente ist der Geld- oder Affenbrotbaum.

Außerdem besitzen viele Sukkulenten eine Anpassung ihres Stoffwechsels an die Trockenheit: CAM (= Crassulacean Acid Metabolism = Crassulaceen-Säurestoffwechsel). Das klingt jetzt erstmal schwierig, ist aber eigentlich ganz einfach:
Die Sukkulenten wachsen ja an Orten wo es sehr heiß ist und wenig Regen fällt. Sie brauchen also ein besonderes System, damit möglichst wenig Wasser von ihren Blattoberflächen verdunstet. Du weißt ja sicher, das die Pflanze durch sogenannte Spaltöffnungen Gase mit der Umwelt austauscht, oder? Der Austausch ist wichtig, weil sonst kein CO2 in das Blatt gelangen kann. CO2 wird aber für die Photosynthese benötigt. Über diese Öffnungen geht aber auch sehr viel Wasser durch Verdunstung verloren, weil die Luft ja sehr warm und trocken ist. Da aber auch Licht für die Photosynthese nötig ist, brauchen normale Pflanzen sehr sehr viel Wasser, was ja an den Standorten der Sukkulenten nicht vorhanden ist.
Das ist also das Problem: Am Tag ist es heiß, und darum geht beim Gasaustausch auch sehr viel Wasser verlohren. Da es wenig Wasser gibt, kann das auch nicht so leicht "nachgefüllt" werden.

Die Lösung des Problems ist: CAM!
Das funktioniert nämlich folgendermaßen:
Die Pflanze ist mit Hilfe des CAM in der Lage CO2 zu speichern. Das erlaubt ihr nun, nachts -wenn es ja viel kälter ist - die Spaltöffnungen zu öffnen und das einströmende CO2 zu speichern. Wenn es dann Tag wird und die Temperatur steigt, schließen die CAM-Pflanzen die Spaltöffnungen und verwenden das gespeicherte CO2 für die Photosynthese. Normale Pflanzen können das nicht, weil sie das CO2 nicht unabhängig von der Photosynthese speichern können.

Wenn du wissen willst, wie der CAM genauer funktioniert, dann schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/CAM-Pflanzen

Sukkulenz gibt es außerdem noch in Form von epiphytischer Sukkulenz, alpinen Höhenstufen und Halophyten. Diese Formen sind für dich aber wahrscheinlich nicht so wichtig. Ich wollte das nur der Vollständigkeit halber nennen. Wenn du genaueres darüber wissen willst, schau hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Sukkulenz , oder frag einfach nochmal.




Xerophyten sind an semihumides Klima angepasst. Das heißt, während 3 bis 6 Monaten fällt weniger Niderschlag, als Wasser verdunstet.
Habt ihr in der Schule schon den Blattaufbau besprochen? Xerophyten weisen eine mehrschichtiges Palisadenparenchym auf. In diesem Gewebe findet hauptsächlich die Photosynthese statt. Bei einem "normalen" Laubblatt gibt es nur eine Schicht Palisadenparenchym. An den Standorten der Xerophyten gibt es meist starke Sonneneinstrahlung, so dass das Licht durch eine Shicht Palisadengewebe hindurchreicht, und eine zweite Schicht auch Photosynthese betreiben kann. Es ist also quasi ein "Hochleistungsblatt".
Außerdem sind die Schließöffnungen bei einem Xerophyten in kleinen "Höhlen" verborgen. So eine "Höhle" nennt sich Krypta. Diese sind außerdem gefüllt mit sogenannten Trichiomen, also Pflanzenhaaren. Durch die Trichiome und die Krypten wird die Verdunstung durch die Spaltöffnungen verringert.
Xerophyten haben - im Gegensatz zu Sukkulenten - eher harte, nicht fleischige Blätter.

Sukkulenten und Xerophyten haben eine sehr dicke Cuticula und eine mehrschichtige Epidermis. Beides dient dem Verdunstungsschutz.

So. Noch Fragen? :D
 

Der_Flo

Säugetier: Eutheria
#3
zu den sukkulenten gehören zb auch die kakteen oder die milchbaumgewächse in afrika...

die blätter haben sich in diesem fall zu dornen entwickelt, der stamm der kakteen ist für die photosynthese zuständig.

zudem bleibt zu erwähnen, dass sukkulenten eine unterart der xerophyten ist...
 

marrya

Invertebrat
#4
Danke!!

Wow, danke!! Du hast mir sehr geholfen. Hatte voher nämlich noch gar nichts von diesen CAM-Pflanzen in meinem Referat. Jetzt aber! ;)
Woher kennst du dich damit so gut aus?

Also nochmal herzlichen Dank!! Du hast mir echt weiter geholfen!!! :D
 

marrya

Invertebrat
#5
Stammbaum

Gibt es nicht noch irgentwie ein Stammbaum wo ich den Zusammenhang von Sukkulenten und Xerophyten verdeutlichen kann? :confused:
 

Convenience

Säugetier: Eutheria
#6
marrya;7508 hat geschrieben:
Woher kennst du dich damit so gut aus?
habe vor kurzem erst selber einen vortrag darüber gehalten. ;) der war allerdings noch ein bisschen ausführlicher und es ging dabei nochmehr um die unterschiede im blattaufbau, aber ich denke, das ist für die schule ausführlich genug, was ich geschrieben habe.

einen stammbaum?? nö, hab ich nicht.
die haben aber auch nicht so direkt was miteinander zu tun, soweit ich weiß. davon habe ich aber auch keine ahnung. die sind jedenfalls nicht aus einander entstanden oder nah verwand. die haben einfach beide - unabhängig voneinander - anpassungen an perioden mit wenig regen entwickelt, jede auf ihre weise und unterschiedlich. Davon gehe ich zumindest ganz stark aus. 100%ig sicher bin ich mir in diesem Punkt aber nicht.

was dir vielleicht noch zusammenfassend hilft:

xerophyten weisen eine morphologische anpassung ( = anpassungen im aufbau des organismus) an trockenperioden auf.
sukkulenten weisen morphologische anpassungen und biochemische anpassungen auf. biochemische anpassung ist hier der cam-mechanismus.
 

marrya

Invertebrat
#7
Bitte um weitere Informationen!

Wenn du noch mehr Informationen hast, dann schreib mir mal bitte alle!!! Ich brauch das auch ziemlich ausführlich. ist so was wie ne kleine Facharbeit (10.Klasse). Das zählt als richtige Arbeit!! Also 50% meiner schriftl. Note.

Aber erstmal dankeschön!
 
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