Biologielexikon

Ames-Test (engl. Ames test)
Mithilfe des Ames-Tests lässt sich nachweisen, ob ein bestimmter chemischer Stoff Mutationen auslöst. Man spricht deshalb auch davon, dass es sich beim Ames-Test um einen Mutagenitätstest handelt. Der Ames-Test ist nach dem Biochemier Bruce Ames von der Universität von Kalifornien in Berkely benannt, der den Test Anfang der 70er-Jahre entwickelte.
Da der experimentelle und zeitliche Aufwand vergleichsweise gering ist (der Ames-Test ist ein sog. Kurzzeittest), wird der Ames-Test regelmäßig eingesetzt (er gilt als Standardverfahren). Als Testorganismus kommt eine genetisch veränderte Variante (also eine Mutante) des Bakteriums Salmonella typhimurium zum Einsatz. Bei dem betreffenden Stamm dieses Bakteriums ist ein Gen defekt, das für die Synthese der Aminosäure Histidin (His) verantwortlich ist. Diese Bakterien (Histidin-minus-Mutanten genannt) können Histidin also nicht selbst herstellen und müssen es aus dem sie umgebenden Kulturmedium aufnehmen. Solange das Kulturmedium Histidin enthält, zeigen die Bakterien ein normales Wachstum. Fehlt Histidin, können die Bakterien weder wachsen noch sich teilen. Nur durch sehr selten auftretende Rückmutation kann ein Bakterium die Fähigkeit zur Histidin-Synthese zurückerlangen - und in der Folge in einem Histidin-freien Kulturmedium auch wieder wachsen und sich teilen.
Diesen Zusammenhang macht man sich beim Ames-Test zunutze: Man lässt zunächst viele Histidin-minus-Mutanten in einem Kulturmedium mit Histidin heranwachsen. Dann werden diese Bakterien in ein Kulturmedium ohne Histidin übertragen, und zwar

a) mit einer auf ihre Mutagenität zu testenden chemischen Substanz und
b) ohne weitere Zusätze (diese Bakterien dienen als Kontrolle).

Bereits innerhalb von ein bis zwei Tagen bilden Bakterien mit einer Rückmutation sichtbare Kolonien in dem Histidin-freien Kulturmedium. Anhand der Zahl dieser Kolonien kann die Mutagenität der betreffenden Substanz bestimmt werden (es wird die Zahl der Kolonien in den Kulturen mit der Testsubstanz mit der Zahl der Kolonien der Kontrollgruppe verglichen).





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Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 12.03.2013


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