Biologielexikon

Axon, Neurit (= "Outputkabel eines Neurons" = Achsenzylinder = Nervenfaser)

Was ist ein Axon?
Ein Axon ist ein dünner, langgezogener, vom Zellkörper (Soma) der Nervenzelle (Neuron) wegführender Fortsatz, der Aktionspotenziale vom Zellkörper zu anderen Nervenzellen, Muskel- oder Drüsenzellen hin leitet.

Welche Axon-Typen werden unterschieden?
Man unterscheidet 2 Axon-Typen:

a) ein myelinloses ("nacktes") Axon und
b) ein myelininisiertes Axon.


Welcher Axon-Typ leitet die Information schneller weiter?
Obwohl der grundlegende elektrochemische Mechanismus der Informationsübertragung bei beiden Typen gleich ist, zeigt ein Vergleich, dass das myelinisierte Axon die Information um ein Vielfaches schneller weiterleitet als ein myelinloses Axon.

Wie geht die Informationsleitung im myelinisierten Axon vonstatten?
Die Myelinhülle des myelinisierten Axons funktioniert in ähnlicher Weise wie die Isolierung eines Stromkabels: Sie dient der Axon-Membran als Isolator. Nur in Abständen von ca. einem Millimeter sind die Isolierungen von Lücken, so genannten Ranvierschen Schnürringen (= Nodien = Knoten) unterbrochen. Während sich das Aktionspotenzial bei einem nackten Axon entlang des ganzen Axons fortbewegen müssen, "springen" die Aktionspotenziale bei myelinisierten Axon von Schnürring zu Schnürring (von Lücke zu Lücke) - und das Aktionspotenzial pflanzt sich folglich viel schneller fort: saltatorische Erregungsleitung.

Wann in der Evolution treten myelinisierte Axone zum ersten Mal auf?
Myelinisierte Axone treten entwicklungsgeschichtlich erst bei Wirbeltieren auf (bei denen beide Typen vorkommen). Beim Menschen besitzen alle dickeren Axone Myelinhüllen.

Wie lang können Axone beim Menschen werden?
Das Axon bestimmter Nervenzellen kann beim Menschen mehr als einen Meter Länge erreichen.




Siehe auch unter:

Axolemm
Kollaterale
Nerv

Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 08.05.2013


© Michael Koops www.biologie-lexikon.de 2016
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