Down-Syndrom ("Mongolismus")
Man versteht hierunter das Krankheitsbild, das vor allem durch die Trisomie 21 verursacht wird (Trisomie 21: das Chromosom 21 kommt beim Menschen 3 x mal vor); alter, nicht mehr gebräuchlicher Name: Mongolismus. Der Name Down-Syndrom geht auf den britischen Arzt John L. H. Langdon-Down (1828-1896) zurück. Ein auffälliges Merkmal des Down-Syndroms ist die unterdurchschnittliche Intelligenz: Der durchschnittliche Intelligenzquotient von Kindern mit Down-Syndrom liegt bei etwa 55.
Das Risiko, ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt zu bringen, liegt in der Bevölkerung durchschnittlich bei ca. 1: 700 (ein Kind von 700 geborenen ist betroffen), es gibt allerdings gewisse regionale Unterschiede in der Häufigkeit. Besonders ab dem 35. Lebensjahr der Mutter steigt allgemein das Risiko, dass ein Kind mit Down-Syndrom gezeugt wird. Das Alter des Mannes dürfte hingegen nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Frauen mit Down-Syndrom können theoretisch selbst Kinder bekommen. Allerdings sind bislang welweit weniger als 30 Mütter bekannt geworden. Die Befunde lassen bei Frauen mit Down-Syndrom grundsätzlich auf eine geringere Fruchtbarkeit (Fertilität) schließen: Während die Menstruation bei Frauen mit Down-Syndrom. normal zu sein scheint, haben viele keinen Eisprung.
Die Hälfte der Kinder von Frauen mit Down-Syndrom müsste theoretisch selbst das Down-Syndrom aufweisen, da die Hälfte der Eizellen der Mutter (bei einer freien Trisomie) das überzählige Chromosom besitzt - siehe hierzu die Abbildung unten. Die tatsächliche Zahl liegt aber darunter, weil ca. 80 % der Schwangerschaften, in denen das Ungeborene ein überzähliges Chromosom 21 besitzt, mit einer Fehlgeburt enden.
Von Männern, die Vater geworden sind, ist bislang nur sehr wenig bekannt. Ein Mann mit Down-Syndrom könnte Vater geworden sein, allerdings ist der Nachweis der Vaterschaft nicht eindeutig geklärt.



 
I
I
II
III
III
I
II
II

Das Abbildung zeigt, wie viele befruchtete Eizellen mit einem überzähligen Chromosom 21 durchschnittlich entstehen. Links sind schematisch die Chromosomen 21 der Keimzellen der Mutter (mit Down-Syndrom), oben die der Keimzellen des Vaters (gesund) dargestellt (I = ein Chromosom 21 von der Mutter, I = ein Chromosom 21 vom Vater). Theoretisch sollte die Hälfte der Kinder das Down-Syndrom haben. Die tatsächliche Zahl der geborenen Kinder mit Down-Syndrom liegt jedoch unter dieser Zahl, da das überzählige Chromosom 21 in vielen Fällen zu einer Fehlgeburt führt.



Siehe auch unter:

Befruchtung
Chromosomenzahl
Mutation
Nondisjunction



Literatur:


Internet:
- Arbeitskreis Down-Syndrom e.V.



Letzte Aktualisierung: 22.12.2011





© Michael Koops www.biologie-lexikon.de 2016
Alle Angaben im Biologie-Lexikon sind ohne Gewähr. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere ist die elektronische Datenübernahme in jeder Form ohne Zustimmung des Autors ausdrücklich untersagt. Das Aufrufen von Seiten bzw. Inhalten des Biologie-Lexikons in fremden Framesets ist grundsätzlich nicht gestattet und verstößt gegen geltendes Recht.
Für den Inhalt verlinkter Seiten kann prinzipiell keine Verantwortung übernommen werden, da das Biologie-Lexikon auf den Inhalt dieser Seiten keinen Einfluss hat. Von anstößigen Inhalten der verlinkten Seiten jeglicher Art distanziert sich das Biologie-Lexikon jedoch ausdrücklich und bittet bei einer entsprechenden (fehlerhaften) Verlinkung um eine Nachricht an fehler{AT}biologie-lexikon{Punkt}de. Das Biologie-Lexikon bemüht sich, die Informationen fehlerfrei zur Verfügung zu stellen, übernimmt jedoch keinerlei Haftung für auftretende Unzulänglichkeiten. Das Biologie-Lexikon erhebt im rechtlichen Sinne keinen Anspruch auf Aktualität, sachliche Korrektheit oder Vollständigkeit; eine entsprechende Gewähr kann nicht gegeben werden.

Datenschutzhinweis