Biologielexikon

Eukaryoten (Eukaryonten, Eukarya, eukaryo(n)tische Lebewesen) (griech. "Echtkernige")
= Eukarya = "Gegenteil" von Prokaryoten (= Prokarya). Eukaryoten sind Lebewesen mit kernhaltigen Zellen (eukaryotische bzw. eukaryontische Zellen). Eukaryotische Zellen weisen also einen klar erkennbaren Zellkern mit einer Zellkernhülle (Kernmembran) auf. Je nach dem, ob es sich bei den betreffenden Lebewesen um Einzeller oder Mehrzeller handelt, können Eukaryoten entsprechend einzellig oder mehrzellig sein.
Mit der Abgrenzung von Zellkern und Zellplasma durch die Kernmembran werden die beiden wichtigsten Vorgänge bei der Umsetzung der genetischen Information räumlich klar voneinander getrennt: Die Bildung der mRNA (Transkription) erfolgt im Zellkern, die Bildung der Proteine im Zellplasma (Translation).

Eukaryoten haben sich in der Evolution durch Symbiogenese entwickelt. Zu den Eukaryoten zählt man traditionellerweise folgende 4 Reiche bzw. Abteilungen der Lebewesen:

1. Protisten (Protista; Reich der Protisten)
Algen, Amöben, Ciliaten, Schleimpilze, Wasserpilze, Seetang)

2. Pilze (= "Fungi"; Reich der Pilze)
einzellige und große Pilze, Hefen und Mykorrhiza an Pflanzenwurzeln

3. Pflanzen (Plantae; Reich der Pflanzen)
Moose, Farnpflanzen, Nadelbäume, Blütenpflanzen)

4. Tiere (Animalia, Reich der Tiere)
zumeist Mehrzeller mit Zellen ohne Zellwände

Während es sich bei den Tieren, Pflanzen und Pilzen um monophyletische Abteilungen handelt, ist dies - wie man heute aufgrund von molekularbiologischen Untersuchungen weiß - bei den Protisten nicht der Fall. Tatsächlich ist anzunehmen, dass den Tieren, Pflanzen und Pilzen (den "höheren Eukaryoten") mindestens 11 Abteilungen von Protisten gegenüber stehen. Die traditionelle Einteilung gilt damit in Bezug auf die Protisten heute als überholt.


Siehe auch unter:

Kompartiment


Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 12.03.2013


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