Bio-Atlas.de
Biologielexikon

Fuchsbandwurm, Kleiner Fuchsbandwurm (lat. Echinococcus multilocularis)
Der Fuchsbandwurm bzw. Kleine Fuchsbandwurm ist ein im Körper seiner Wirte parasitierender kleiner Bandwurm (Endoparasit).

Durch welche Tiere wird der Fuchsbandwurm übertragen?
Hauptwirt, damit gleichzeitig häufigster Überträger und Namensgeber des Fuchsbandwurms ist der Rotfuchs. Gelegentlich wird der Fuchsbandwurm aber auch von Hunden und (noch seltener) von Katzen übertragen.

Welche Entwicklung durchläuft der Fuchsbandwurm?

Der Fuchsbandwurm durchläuft in seiner Entwicklung drei Stadien: 1. Ei, 2. Larve (Finne) und 3. erwachsener Bandwurm (adulter Bandwurm). Die Larve wird auch als Metazestode bezeichnet. Der Fuchsbandwurm (das erwachsene Tier) ist sehr klein: Er wird nur 1 bis zu 5 mm lang und sein Körper umfasst nur 3 bis 5 Glieder (Proglottiden).

Welcher Wirt wird vom Fuchsbandwurm geschädigt?

Die schädigende Wirkung für die Endwirte ist gering. Die Zwischenwirte hingegen werden hingegen stark geschädigt und sterben letztlich in Folge der Infektion.
Endwirt für den Fuchsbandwurm ist vorwiegend der Fuchs, aber auch Hunde und Katzen können sich infizieren.
Das Larvenstadium (Metazestode) befällt Nagetiere als Zwischenwirt (vor allem Feldmäuse) oder auch den Menschen. Der Mensch stellt allerdings einen Fehlwirt (genauer: Fehlzwischenwirt) für den Fuchsbandwurm dar.

Wie kann sich der Mensch anstecken?
Der Mensch kann sich infizieren, indem er die mit dem bloßen Auge nicht erkennbaren Bandwurmeier über den Mund in seinen Verdauungstrakt aufnimmt (perorale Aufnahme von Eiern). Folgende Infektionswege (Ansteckungswege) sind vor allem möglich:

1. Eier werden mit ungewaschenen Beeren, anderen Früchten oder Waldpilzen aufgenommen.
2. Eier werden mit dem Speichel von Tieren aufgenommen (z. B. indem Hände von einem Hund oder einer Katze angeleckt und dann in den Mund genommen werden).
3. Eier, die sich im Fell von Tieren befinden, gelangen durch Streicheln an die Hände und dann in den Mund.
4. Eier gelangen beim Umgang mit Erde, die Eier enthält, in den Mund.

Eine Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch besteht nicht.

Warum ist eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm für den Menschen so gefährlich?
Für den Menschen ist eine Infektion mit den Larven des Fuchsbandwurms lebensgefährlich, da aus den Eiern die Larven schlüpfen, die sich in verschiedenen Organen festsetzen und diese durch ihr tumorartiges (krebsartiges) Wachstum schädigen. Die Erkrankung wird meist bei Menschen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren festgestellt. Am häufigsten ist beim Menschen die Leber betroffen, aber auch die Lunge und das Gehirn können befallen werden. Obwohl diese Organe nach und nach zerstört werden, wird die Erkrankung meist erst nach 5 bis 15 Jahren entdeckt. Eine Heilung ist zu diesem Zeitpunkt nahezu ausgeschlossen, sodass die Erkrankung unbehandelt in aller Regel tödlich endet. Nur wenn die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt wird, besteht Hoffnung auf eine erfolgreiche Behandlung. Gegenwärtig werden zur Behandlung Benzimidazole eingesetzt, die das Wachstum der Larve hemmen - allerdings lebenslang eingenommen werden müssen. Operationen versprechen wenig Erfolg, da gesundes Gewebe ebenfalls befallen sein kann und die Larven ihre schädigende Wirkung unbemerkt fortführen könnten.

Wie kann man einer Infektion vorbeugen?

Infolgedessen sind zur Vermeidung einer Infektion Beeren und andere Früchte aus dem Freiland sowie Waldpilze nicht unbehandelt zu verzehren. Sicher abgetötet werden die Eier des Fuchsbandwurms durch Erhitzen auf Temperaturen über 60 °C, d. h. durch Kochen, Backen oder Braten. Unwirksam ist hingegen das Tiefgefrieren bei -20 °C oder das Einlegen von gesammelten Früchten in Alkohol.





Siehe auch unter:

Parasit



Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 10.03.2013



© Michael Koops www.biologie-lexikon.de 2016
Alle Angaben im Biologie-Lexikon sind ohne Gewähr. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere ist die elektronische Datenübernahme in jeder Form ohne Zustimmung des Autors ausdrücklich untersagt. Das Aufrufen von Seiten bzw. Inhalten des Biologie-Lexikons in fremden Framesets ist grundsätzlich nicht gestattet und verstößt gegen geltendes Recht.
Für den Inhalt verlinkter Seiten kann prinzipiell keine Verantwortung übernommen werden, da das Biologie-Lexikon auf den Inhalt dieser Seiten keinen Einfluss hat. Von anstößigen Inhalten der verlinkten Seiten jeglicher Art distanziert sich das Biologie-Lexikon jedoch ausdrücklich und bittet bei einer entsprechenden (fehlerhaften) Verlinkung um eine Nachricht an fehler{AT}biologie-lexikon{Punkt}de. Das Biologie-Lexikon bemüht sich, die Informationen fehlerfrei zur Verfügung zu stellen, übernimmt jedoch keinerlei Haftung für auftretende Unzulänglichkeiten. Das Biologie-Lexikon erhebt im rechtlichen Sinne keinen Anspruch auf Aktualität, sachliche Korrektheit oder Vollständigkeit; eine entsprechende Gewähr kann nicht gegeben werden.

Datenschutzhinweis