Biologielexikon

Gliazellen
Als Gliazellen werden beim Menschen alle Zellen des Nervensystems bezeichnet, die Nervenzellen unterstützen, selbst aber keine Nervenzellen sind. Gliazellen kommen im menschlichen Gehirn etwa 10-mal häufiger vor als Nervenzellen. Gliazellen sind keine Nervenzellen, da sie keine Informationen weiterleiten oder übertragen, sie bilden dementsprechend auch keine Aktionspotenziale oder Synapsen aus. Anders als Nervenzellen bleiben Gliazellen zudem während ihres gesamten Lebens teilungsfähig (und können sich daher prinzipiell auch zu Krebszellen entwickeln).
Eine zentrale Funktion der Gliazellen kann man gut von ihrem Namen "Neuroglia" ("Nervenkitt", "Nervenkleister", "Nervenleim") ableiten: Gliazellen dienen (zum einen) als Stützzellen der mechanischen Stabilisierung der Nervenzellen, indem sie quasi die Aufgaben eines Bindegewebes im Nervensystem übernehmen. Wie man inzwischen weiß, beschränkt sich die Funktion der Gliazellen aber keineswegs darauf, eine passive Stützfunktion zu übernehmen. Gliazellen übernehmen noch weitere Aufgaben. So sind Gliazellen
a) am Aufbau der Blut-Hirn-Schranke beteiligt und nehmen
b) Substanzen auf, die im Überschuss vorhanden sind oder nicht benötigt werden, z. B. überschüssige Transmittersubstanz.

Prinzipiell wird zwischen den Gliazellen des Zentralnervensystems (ZNS) und denen des peripheren Nervensystems (PNS) unterschieden.
Gliazellen werden in zwei Gruppen unterteilt: Makroglia und Mikroglia. Unter dem Begriff Makroglia(zellen) fasst man die Astrozyten und Oligodendrozyten des ZNS zusammen. Als Mikroglia werden die Gehirnmakrophagen bezeichnet. Die Gliazellen des peripheren Nervensystems nennt man Schwannzellen oder Schwannsche Zellen. Die Astrozyten ("Sternzellen") sind der am häufigsten vorkommende Gliazelltyp. Astrozyten kommen im gesamten ZNS vor, während sie im PNS nicht anzutreffen sind. Sie bilden eine Gruppe morphologisch sehr heterogener Zellen.





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Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 10.05.2013


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