Biologielexikon

Insulin
Insulin ist ein Hormon (genauer: Eiweißhormon) der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und bewirkt durch Bindung an Rezeptoren bestimmter Zellen eine erhöhte Aufnahme von Traubenzucker (Glucose) aus dem Blut. Es erniedrigt also die Konzentration des Blutzuckerspiegels, indem es die Durchlässigkeit (Permeabilität) der Zellmembran für Glucose (und einige andere Zucker) im Muskel- und Fettgewebe erhöht.

Insulin wird in den B-Zellen der Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet. Zusammen mit Glucagon reguliert Insulin den Blutzuckerspiegel im Körper, wobei Insulin den Blutzuckerspiegel absenkt, Glucagon ihn anhebt. Pro Tag verbraucht ein Erwachsener ca. 2 mg Insulin. Die Halbwertszeit im Körper beträgt nur ca. 3 bis 5 Minuten - der Abbau des Insulins erfolgt in Leber, Niere und Lungen (Reduktion der Disulfidbindungen und Proteolyse).

Bei der schon im Jugendalter auftretenden Form der Zuckerkrankheit (Diabetes) werden die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse von der körpereigenen Immunabwehr angegriffen und zerstört.
Insulin als Stoff wurde zum ersten Mal 1921 durch die Wissenschaftler Frederick Banting und Charles Best aus der Bauchspeicheldrüse eines Hundes isoliert. Die Aminosäuresequenz des Human-Insulins wurde im Jahre 1953 durch Frederick Sanger vollständig aufgeklärt. Insulin war das erste gentechnisch hergestellte Medikament, das zur Behandlung einer Krankheit eingesetzt wurde

Das Insulin-Molekül ist ein Peptid aus insgesamt 51 Aminosäuren, bestehend aus 2 Ketten von Aminosäuren, die über Disulfidbrücken verbunden sind. Eine der Aminosäurenketten heißt A-Kette, sie besteht aus 21 Aminosäuren, die andere heißt B-Kette, sie besteht aus 30 Aminosäuren. Die Abfolge der Aminosäuren variiert zwischen verschiedenen Tierarten nur geringfügig.





Siehe auch unter:

Somatostatin



Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 09.03.2013



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