Biologielexikon

Keimung des Samens (Keimung des Pflanzensamens)
Die Keimung des Samens ist die erste Phase der selbstständigen Entwicklung einer Samenpflanze. Die Keimung kann entweder von außen hervorgerufen (induziert) werden oder durch einen inneren Impuls hin erfolgen. Der Samen ist bereits nach dem Freisetzen von der Mutterpflanze keimfähig, oft sind Samen aber erst nach einer mehr oder weniger langen Keimruhe (Dormanz) keimfähig.

Keimungsbedingungen
Damit die Keimung überhaupt möglich ist, müssen bestimmte Keimungsbedingungen erfüllt sein, zu diesen Bedingungen gehören z. B.

- ein ausreichendes Wasserangebot,
- bestimmte Temperaturen,
- geeignete Lichtverhältnisse,
- ausreichende Versorgung mit Sauerstoff.

Das Temperaturminimum zur Keimung liegt für die meisten Samen z. B. bei einer Temperatur von 0 bis 8 °C, das Optimum bei 20 bis 30 °C. Und für die meisten Pflanzen gilt, dass die Keimung durch Licht gefördert wird (Lichtkeimer), nur bei einer kleineren Gruppe von Pflanzen wird die Keimung durch Licht gehemmt (Dunkelkeimer).

Ablauf der Keimung
Bei der Keimung tritt zunächst die Keimwurzel (Radicula) hervor und dringt in den Erdboden ein. Die Keimwurzel dient der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen und gibt der Pflanze festen Halt im Boden. Die Wachstumsrichtung der Keimwurzel wird durch die Erdanziehung bzw. die Schwerkraft bestimmt (genauer: Die Keimwurzel wächst in Richtung der Erdbeschleunigung, also nicht zwangsläufig senkrecht zur jeweiligen Erdoberfläche, - was man deutlich an Abhängen erkennen kann). Die Wurzel reagiert also positiv gravitop (sie wächst zum Schwerereiz hin), der Spross hingegen negativ gravitrop (er wächst vom Schwerereiz weg).

Nach der Keimwurzel tritt der Spross mit den ersten Blättern aus dem Samen heraus (bei Einkeimblättrigen ist es ein Keimblatt, bei Zweikeimblättrigen sind es zwei Keimblätter). Während der Weiterentwicklung des Keimlings zu einer photoautotrophen Pflanze sterben die Keimblätter ab.

Keimungsformen
Es werden 2 Grundformen der Keimung unterschieden:

a) die hypogäische Keimung und b) die epigäische Keimung.

a) Bei der hyopogäischen Keimung dienen die Keimblätter als Speicherorgane und verbleiben im Erdboden. Die ersten entstehenden Blätter sind bei Pflanzen mit hypogäischer Keimung Laubblätter.
Die hypogäische Keimung findet man z. B. bei der Erbse und der Eiche.

b) Bei der epigäischen Keimung streckt sich das Hypokotyl mit den Keimblättern aus dem Boden heraus. Die Keimblätter stellen damit die ersten Assimilationsorgane dar.
Die epigäische Keimung findet man z. B. bei der Buche und der Bohnenpflanze.

Energiebereitstellung
Die für die Keimung notwendige Energie wird in Form von Adenosintriphosphat (ATP) bereitgestellt. Der Keimling (die Keimpflanze) ergrünt, sobald der Spross ans Licht gelangt.





Siehe auch unter:




Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 14.03.2013



© Michael Koops www.biologie-lexikon.de 2013
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