Biologielexikon

kryptische Weibchenwahl (engl. cryptic female choice)
Gemeint ist mit dem Begriff kryptische Weibchenwahl (im Original: "cryptic female choice"), dass Weibchen mithilfe bestimmter Mechanismen in der Lage sind, nach dem Geschlechtsakt (also nach der Aufnahme des Spermas in ihren Körper) das Sperma qualitativ besserer oder kompatiblerer Männchen ihrer Art zu bevorzugen - und umgekehrt das Sperma anderer Männchen zu benachteiligen.
"Kryptisch" ist diese späte Auslese des "besseren" Spermas, weil der Vorgang im Körper des Weibchens (genauer: im Fortpflanzungstrakt) vonstatten gehen muss und daher kaum zu beoachten und nachzuweisen ist - es ist sozusagen ein "kryptischer", also unklarer und wenig durchsichtiger Vorgang. Voraussetzung der kryptischen Weibchenwahl ist, dass ein Weibchen sich zuvor mit zwei oder mehr Männchen verpaart hat.

Zum ersten Mal beobachtet wurde die kryptische Weibchenwahl bei Skorpionsfliegen (Harpobittacus nigriceps). Die meisten weiteren Beispiele für kryptische Weibchenwahl stammen ebenfalls aus der Beobachtung von Insekten.

Der Begriff kryptische Weibchenwahl wurde 1983 von Randy Thornhill geprägt.




Siehe auch unter:

Fortpflanzung



Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 10.05.2013


© Michael Koops www.biologie-lexikon.de 2016
Alle Angaben im Biologie-Lexikon sind ohne Gewähr. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere ist die elektronische Datenübernahme in jeder Form ohne Zustimmung des Autors ausdrücklich untersagt. Das Aufrufen von Seiten bzw. Inhalten des Biologie-Lexikons in fremden Framesets ist grundsätzlich nicht gestattet und verstößt gegen geltendes Recht.
Für den Inhalt verlinkter Seiten kann prinzipiell keine Verantwortung übernommen werden, da das Biologie-Lexikon auf den Inhalt dieser Seiten keinen Einfluss hat. Von anstößigen Inhalten der verlinkten Seiten jeglicher Art distanziert sich das Biologie-Lexikon jedoch ausdrücklich und bittet bei einer entsprechenden (fehlerhaften) Verlinkung um eine Nachricht an fehler{AT}biologie-lexikon{Punkt}de. Das Biologie-Lexikon bemüht sich, die Informationen fehlerfrei zur Verfügung zu stellen, übernimmt jedoch keinerlei Haftung für auftretende Unzulänglichkeiten. Das Biologie-Lexikon erhebt im rechtlichen Sinne keinen Anspruch auf Aktualität, sachliche Korrektheit oder Vollständigkeit; eine entsprechende Gewähr kann nicht gegeben werden.

Datenschutzhinweis