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Meiose, Meiosis, Reduktionsteilung, Reifeteilung (engl. meiosis)

Was ist die Meiose? Eine Defintion.
Meiose ist eine Abfolge bestimmter Kern- und Zellteilungen, bei der durch Halbierung der Chromosomenzahl schließlich die Geschlechtszellen (Keimzellen, Gameten) entstehen.

Warum ist die Meiose notwendig?
Bei der Verschmelzung (Fusionierung) einer männlichen mit einer weiblichen Keimzelle entsteht eine befruchtete Eizelle (Zygote). Damit sich die Zahl der Chromosomen nicht von Generation zu Generation verdoppelt, muss die Zahl der Chromosomen bei der Keimzellbildung (Eizelle, Spermien) um die Hälfte reduziert werden (von diploid auf haploid). Ohne diesen Schritt entstünde beim Menschen durch die Befruchtung eine Zelle mit 2 x 46 Chromosomen = 92 Chromosomen, in der nachfolgenden Generation theoretisch eine mit 184 Chromosomen - usw., die Zahl der Chromosomen würde sich von Generation zu Generation verdoppeln. Zellen mit mehreren Chromosomensätzen können sich beim Menschen allerdings nicht zu einem lebensfähigen Organismus entwickeln.

Abgesehen von der Verminderung der Zahl der Chromosomensätze dient die Meiose der Neukombination von Erbgut: Zum einen werden die Chromosomen bei der Verteilung neu zusammengestellt (neu kombiniert), zum anderen entstehen durch Crossing-over (Crossover) zwischen den Chromatiden homologer Chromosomen gewissermaßen "neue" Chromosomen. Im Hinblick auf die Evolution der Lebewesen haben beide Vorgänge zentrale Bedeutung.

Worin besteht die biologische Bedeutung der Meiose?
Die biologische Bedeutung der Meiose besteht damit also

1. in der Reduzierung der Zahl der Chromosomen und
2. in der Neukombination des Erbguts.



Wie ist der Ablauf der Meiose?
Die Reduzierung der Chromosomenzahl muss in geordneter Form erfolgen, so dass jeweils die homologen Chromosomen voneinander getrennt werden und Zellen mit haploiden (also einfachen) Chromosomensätzen (n) entstehen. Die Meiose umfasst hierzu zwei aufeinander folgende Teilungsschritte:

1. meiotische Teilung (Reduktionsteilung)
Trennung der homologen Chromosomen (die eigentliche Reduktion von zwei Chromosomensätzen auf einen).

2. meiotische Teilung (Äquationsteilung )
Trennung der Schwesterchromatiden (quasi eine mitotische Teilung).


Beim Mann entstehen aus einer diploiden Urkeimzelle vier haploide Tochterzellen. Bei der Frau entsteht (in Folge von ungleichen Teilungen) am Ende nur eine einzige haploide Eizelle (3 Zellen gehen zugrunde).





Siehe auch unter:

Keimzellenbildung bei der Frau
Kopplungsgruppe
Mitose

Literatur:


Internet:
- Kurzer Lernfilm zur Meiose



Letzte Aktualisierung: 26.01.2013



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