Modifikation (lat. modificare: verändern)

Was versteht man unter einer Modifikation?
Eine Modifikation ist eine nicht erbliche, umweltbedingte Variation. Etwas einfacher formuliert: Als Modifikation bezeichnet man Verschiedenheiten zwischen Lebewesen, die durch unterschiedliche Umweltbedingungen - z. B. unterschiedliche Ernährung, Lichtintensität, Temperaturen etc. - entstanden sind. Der Begriff Modifikation meint also umweltbedingte Änderungen des Phänotyps. Solche Verschiedenheiten beruhen nicht auf einer Änderung des Erbguts, können also auch nicht vererbt werden.

Ein ganz einfaches, veranschaulichendes Beispiel: Musste ein Mensch während seiner Wachstumsphase durchgehend hungern, so wird dieser Mensch am Ende seiner Wachstumsphase kleiner sein, als wenn er sich durchgehend hochwertig ernähren konnte. Eindrucksvoll kann man solche umweltbedingten Unterschiede an genetisch identischen Lebewesen aufzeigen, beim Menschen also bei eineiiigen Zwillingen.


Was versteht man unter der Modifikationsbreite bzw. der Reaktionsnorm?

Die Bandbreite, innerhalb derer Merkmale durch Umwelteinflüsse modifizierbar (veränderbar) sind, bezeichnet man als Modifikationsbreite oder Reaktionsnorm.

Um beim Beispiel oben zu bleiben: Im Erbgut könnte in Bezug auf die Körpergröße eines Menschen vielleicht codiert sein: "Dieser Mensch wird, je nach Ernährungssituation, zwischen 1,82 m und 1,92 m groß". Der Bereich von 1,82 m bis 1,92 m wäre die (genetisch festgelegte) Modifikationsbreite bzw. Reaktionsnorm.


Welche Formen der Modifikation werden unterschieden?
Es werden 2 Formen der Modifikation unterschieden:

a) die fließende Modifikation bzw. fluktuierende Modifikation

Ein Merkmal verändert sich innerhalb bestimmter Grenzen stufenlos.

Beispiel:
Die Körpergröße des Menschen ist ein einfaches Beispiel für eine fließende Modifikation: Die Ernährung vieler Menschen weist verschiedene fördernde wie auch hemmende Phasen während der Wachstumsphase auf (Hungerszeiten, einseitige Ernährung). Entsprechend liegt die tatsächliche Größe innerhalb der gegebenen Modifikationsbreite (Reaktionsnorm)



b) die umschlagende Modifikation bzw. alternative Modifikation

Ein Merkmal ändert sich schlagartig.

Beispiel:
Die Fellfarbe des Himalaja-Kaninchens fällt je nach Hauttemperatur weiß oder schwarz aus: Liegt die Hauttemperatur unter 34 Grad Celsius wird das Fell schwarz, liegt die Temperatur über 34 Grad Celsius, wird das Fell weiß ausgebildet.



Worin besteht der Unterschied zwischen einer Modifikation und einer Modulation?
Besteht eine Veränderung nur für die Dauer, in der ein bestimmter Umwelteinfluss wirksam ist, so spricht man statt von einer Modifikation von einer Modulation (dies ist. z. B. der Fall, wenn die Wachstumsgeschwindigkeit durch ein Hormon vorübergehend beschleunigt wird).






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Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 30.01.2012





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