Biologielexikon

Nektar (engl. nectar)

Was ist Nektar?
Nektar ist ein zuckerhaltiger "süßer Saft", den Pflanzen produzieren und absondern, um Tiere anzulocken.

Wozu dient der Nektar der Pflanze?
Die durch den Nektar angelockten Tiere (zumeist Insekten) sind der betreffenden Pflanze grundsätzlich von Nutzen:

Sie können z. B. die Zahl der Fraßfreinde reduzieren (Ameisen erfüllen diese Aufgabe, indem sie u. a. blattfressende Raupen in ihrer Zahl dezimieren).
Bei Angiospermen u. a. hat der Nektar die wichtige Aufgabe, Tiere anzulocken, damit diese die Bestäubung durchführen (Zoogamie). Schmetterlinge z. B. ernähren sich sogar ausnahmslos von Nektar.
Einigen Tieren gelingt es allerdings, die nektarproduzierenden Pflanzen zu "überlisten": Sie "rauben" Nektar, ohne die betreffende Blüte zu bestäuben. Ein Beispiel für diesen Nektarraub geben kurzrüsselige Hummelarten, die mithilfe ihrer Mandibeln von außen Löcher in langröhrige Blüten beißen und so ohne Gegenleistung (ohne die Blüte zu bestäuben) an den Nektar gelangen.

Wo wird der Nektar gebildet?
Nektar wird bei Pflanzen an bestimmten Stellen von der Blütenpflanze gebildet und ausgeschieden. Diese Stellen heißen Nektarien (Honigdrüsen).

Woraus besteht Nektar?
Der Nektar enthält im Allgemeinen vorrangig die 3 Zucker Saccharose (Rohrzucker), Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker). Die Konzentration des Zuckers insgesamt liegt zumeist zwischen 25 und 75 Prozent, allerdings gibt es im Pflanzenreich auch Werte, die darunter und darüber liegen, z. B. enthält der Nektar der Kaiserkrone (lat. Fritillaria imperialis) nur ca. 8 Prozent Zucker, und in den Blüten des Apfels (lat. Malus sylvestris var. domestica) soll sogar ein Zuckergehalt von 87 Prozent gemessen worden sein.
In geringer Menge enthält der Nektar viele andere Substanzen, u. a. verschiedene Vitamine, z. B. Ascorbinsäure, Thiamin, Riboflavin, Biotin, Folsäure, Nicotinsäure.

Wann in der Evolution ist Nektar entstanden?
Nektar als Blütennahrung trat vermutlich in der Evolution erst relativ spät auf, und zwar erst im Verlauf der Kreidezeit.





Siehe auch unter:

Hygrophyten nektarivor
Wurzel


Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 05.07.2013



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