Biologielexikon

ökologische Potenz*
Mit dem Begriff ökologische Potenz bezeichnet man die Fähigkeit einer bestimmten Organismenart bzw. eines bestimmten Lebewesens, unterschiedliche Intensitäten eines Umweltfaktors zu ertragen, also z. B. bei verschiedenen Temperaturgraden existieren zu können. Diese potenzielle Reaktionsbreite gibt also an, innerhalb welcher Grenzen ein Variieren ("Schwanken") des Umweltfaktors toleriert (ertragen) wird. Die Grenzbereiche der ökologischen Potenz nennt man Minimum (Tiefstwert) und Maximum (Höchstwert).

Die ökologische Potenz gegenüber relevanten Umweltfaktoren ist zwar prinzipiell erblich bedingt, allerdings handelt es sich nicht um vollkommen starre, d. h. unveränderliche Werte. So kann z. B. die ökologische Potenz für die Geschlechter einer Art variieren, aber auch je nach Alter, Entwicklungsstadium oder physiologischem Zustand eines Tiers kann die ökologische Potenz unterschiedliche Werte aufweisen. Auch durch Akklimatisation kann sich der Reaktionsbereich verändern.
Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass jeder Umweltfaktor stets im Zusammenspiel mit anderen Umweltfaktoren zu sehen ist, d. h.: Ändert sich die Intensität eines Umweltfaktors, kann sich dies auf die ökologische Potenz gegenüber einem anderen Faktor auswirken.
Arten mit einer generell engen Reaktionsbreite gegenüber der Mehrzahl der für sie relevanten Umweltfaktoren bezeichnet man als stenök, Arten mit einer weiten Reaktionsbreite als euryök.

Da sich die ökologische Potenz einer Art aus allen Individuen dieser Art ergibt, wird diese in der Regel weiter sein als die ökologische Potenz eines einzelnen Lebewesens der betreffenden Art.

Obwohl der Begriff ökologische Potenz in aller Regel auf eine Art bzw. einzelne Lebewesen angewandt wird, können auch Gewebe und Zellen eines Lebewesens eine unterschiedliche ökologische Potenz aufweisen.

________________________________________

* Der Begriff ökologische Potenz wird von einigen Wissenschaftlern mit dem Begriff "ökologische Valenz" gleichgesetzt.





Siehe auch unter:

ökologische Nische
Präferendum


Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 12.02.2013



© Michael Koops www.biologie-lexikon.de 2016
Alle Angaben im Biologie-Lexikon sind ohne Gewähr. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere ist die elektronische Datenübernahme in jeder Form ohne Zustimmung des Autors ausdrücklich untersagt. Das Aufrufen von Seiten bzw. Inhalten des Biologie-Lexikons in fremden Framesets ist grundsätzlich nicht gestattet und verstößt gegen geltendes Recht.
Für den Inhalt verlinkter Seiten kann prinzipiell keine Verantwortung übernommen werden, da das Biologie-Lexikon auf den Inhalt dieser Seiten keinen Einfluss hat. Von anstößigen Inhalten der verlinkten Seiten jeglicher Art distanziert sich das Biologie-Lexikon jedoch ausdrücklich und bittet bei einer entsprechenden (fehlerhaften) Verlinkung um eine Nachricht an fehler{AT}biologie-lexikon{Punkt}de. Das Biologie-Lexikon bemüht sich, die Informationen fehlerfrei zur Verfügung zu stellen, übernimmt jedoch keinerlei Haftung für auftretende Unzulänglichkeiten. Das Biologie-Lexikon erhebt im rechtlichen Sinne keinen Anspruch auf Aktualität, sachliche Korrektheit oder Vollständigkeit; eine entsprechende Gewähr kann nicht gegeben werden.

Datenschutzhinweis