Biologielexikon

Operon (engl. operon)

Was bezeichnet man als Operon?
Als Operon bezeichnet man eine benachbarte Gruppe von Genen (auch Gen-Cluster genannt), die zusammen transkribiert werden (also eine Transkriptionseinheit bilden).

Bei welchen Lebewesen kommen Operons vor?

Operons kommen weitgehend nur bei Prokaryoten vor, allerdings wurden auch beim Fadenwurm Caenorhabditis elegans Operons nachgewiesen, und vermutlich existieren auch bei anderen Fadenwürmern (Nematoden) Operons. Die ehemals enge Trennung, dass Operons nur bei Prokaryoten, nicht jedoch bei Eukaryoten vorkommen, kann also nicht weiter aufrecht erhalten werden.

Wie ist ein Operon aufgebaut bzw. strukturiert?

Ein Operon besteht aus verschiedenen Abschnitten mit unterschiedlicher Funktion:

1. dem Promoter (auch: Promoter-Region): Hier wird das Enzym RNA-Polymerase nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip gebunden.
2. dem Operator (auch: Operator-Gene):
3. den Strukturgenen: Diese Gene enthalten die Informationen für die Proteine.

Vor dem Operon befindet sich noch ein weiterer DNA-Abschnitt: der Regulator.

Ein von Wissenschaftlern gut untersuchtes Operon: das Lactose-Operon
Das am besten untersuchte Beispiel stellt das Lactose-Operon (kurz: lac-Operon) von Escherichia coli (E. coli) dar:
E. coli gewinnt normalerweise seine Energie aus dem Abbau von Glucose. Die für den Abbau von Glucose notwendigen Enzyme sind daher im Prinzip ständig in der Bakterienzelle vorhanden. Enzyme für den Abbau von Lactose (Milchzucker) werden normalerweise nicht benötigt und daher auch nicht bzw. nur in sehr geringem Maße synthetisiert. Wird den Bakterien dagegen - anstelle von Glucose - lediglich Lactose als Nahrungsgrundlage geboten, müssen entsprechende Enzyme für den Lactoseabbau neu hergestellt werden.

Genaueres zum lac-Operon siehe unter dem Stichwort lac-Operon.





Siehe auch unter:

Transkription



Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 10.03.2013



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