Biologielexikon

Parthenogenese, parthenogenetische Fortpflanzung (Jungfernzeugung, Jungferngeburt) (engl. parthenogenesis)
Eizellen entwickeln sich zu vollständigen Organismen, ohne dass eine Befruchtung stattgefunden hat.
Strenggenommen kann die Parthenogenese jedoch nicht der ungeschlechtlichen Fortpflanzung zugeordnet werden, da es bei der Parthenogenese zur Fortpflanzung durch unbefruchtete Eizellen kommt - und diese Eizellen Keimzellen (= Geschlechtszellen) sind, also Zellen, die zur geschlechtlichen Fortpflanzung gebildet wurden. Aus diesem Grund spricht man deshalb bei der Parthenogenese auch von "eingeschlechtlicher Fortpflanzung" (= monosexueller Fortpflanzung)*.
Je nachdem, ob die betreffende Eizelle das vollständige diploide Erbgut des Muttertiers enthält oder lediglich einen haploiden Chromosomenbestand aufweist, wird noch einmal zwischen diploider Parthenogenese und haploider Parthenogenese unterschieden.
Parthenogenese ist unter Pflanzen weit verbreitet, findet sich aber auch vielfach im Tierreich, z. B. bei Rädertierchen, Blattläusen, einigen Käfern und sogar Haien (genauer: dem Hammerhai, lat. Sphyrna tiburo). Bei Säugetieren wurde bislang keine Parthenogenese nachgewiesen.

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* Einer anderen Sichtweise zufolge stellt die Karyogamie (also die Verschmelzung der Kerne der Gameten) den maßgeblichen Prozess der Sexualität dar. Dieser Sichtweise zufolge wäre dann die Parthenogenese doch als eine Form der ungeschlechtlichen Fortpflanzung zu betrachten.


Etymologie
griech. "parthenos": Jungfrau
griech. "genesis": Werden, Entstehen, Ursprung





Siehe auch unter:

Hygrophyten Generationswechsel
Wurzel


Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 08.03.2013



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