Biologielexikon

Pilze (lat. Fungi)
Pilze besitzen keine Plastiden und kein Chlorophyll, sind also nicht in der Lage, durch Photosynthese die Sonnenenergie als Energiequelle zu nutzen. Infolgedessen benötigen Pilze organische Verbindungen. Gemeinsam ist allen Pilzen darüber hinaus, dass sie in ihren Zellen mehrere Zellkerne haben und dass ihre Zellwände Chitin (und keine Cellulose!) enthalten.
Auch eine Gliederung in Spross, Blätter und Wurzel, wie man sie bei Kormophyten (den höheren Pflanzen) findet, existiert bei Pilzen nicht. Trotz dieser auffälligen Unterschiede gegenüber "typischen Pflanzen" ordnet man die Pilze in der Systematik der Lebewesen traditionsgemäß den Pflanzen, genauer: den "Lagerpflanzen" (lat. Thallophyta) zu. Aus molekularbiologischen Untersuchungen weiß man heute allerdings, dass Pilze mit den Tieren enger verwandt sind als mit den Pflanzen. Bekannt sind heute ca. 100 000 Pilzarten.

Der "normale" Standort der meisten Pilzarten ist der Erdboden. Das, was man auf Wiesen, im Wald und andernorts findet und üblicherweise als "Pilz" bezeichnet (also das, was gesammelt, gezüchtet und gegessen wird), ist allerdings lediglich der Fruchtkörper eines höheren Pilzes (eines Basidiomyceten): Die Aufgabe dieses Fruchtkörpers besteht darin, die Sporen zu verbreiten und damit die Ausbreitung des Pilzes an anderen Standorten zu ermöglichen (man bezeichnet den Fruchtkörper daher auch als "Sporenträger" oder "Sporenständer", fachsprachlich als Basidie). Der eigentliche Teil des Pilzes sind die Hyphen (Pilzfäden), die sich im Boden befinden und dort ein verzweigtes Netz, ein so genanntes Myzel bilden.

Einige Pilze (Schimmelpilze) produzieren in ihrem Stoffwechsel Mykotoxine, also Stoffe, die bereits in geringer Menge auf den Menschen und auf bestimmte Tiere giftig (toxisch) wirken.





Siehe auch unter:

Art
Flechten
Perithecium

Literatur:


Internet:

- Dr. Fungus



Letzte Aktualisierung: 08.07.2013



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