Biologielexikon

Prädator, Räuber (Beutefänger, Beutegreifer, Beutemacher, Episit, Fressfeind) (engl. predator, episit)

Was versteht man unter einem Prädator (Räuber)?

Prädatoren (Räuber) im engeren Sinne sind ausschließlich die Lebewesen, die andere töten, um sich von ihnen zu ernähren, und die dies regelhaft tun. Prädatoren sind in der Regel größer als ihre Beute und benötigen meist mehrere Organismen zu ihrem Überleben. Typischerweise sind die Populationen von Prädatoren kleiner als die der Beute.

Gehören Parasiten und Parasitoide zu den Prädatoren?

Je nach Sichtweise und Definition der jeweiligen Autoren werden zwei weitere Gruppen entweder im weiteren Sinne zu den Prädatoren gerechnet oder aber von ihnen abgegrenzt: Parasitoide und Parasiten.
Einer gängigen Einteilung zufolge werden Parasitoide ebenfalls zu den Prädatoren gezählt, Parasiten hingegen nicht, und zwar deshalb, weil Parasitoide ihren Wirt töten, Parasiten hingegen dies in der Regel nicht tun.

Gehören nur große Raubtiere wie z. B. Löwen zu den Prädatoren?
Zu den Prädatoren gehören nicht nur die bekannten "großen Raubtiere" und "Fleischfresser" wie z. B. Löwen, sondern auch kleinere Tiere wie z. B. der Marienkäfer oder im Wasser lebende Filtrierer.

Werden pflanzenfressender Tiere zu den Prädatoren gezählt?

Auch herbivore Tiere, also sich von Pflanzen ernährende Tiere, können "aus Pflanzensicht" als Räuber angesehen werden, allerdings töten diese (abgesehen von Samenräubern) in der Regel die betreffenden Pflanzen nicht, sondern verzehren nur Teile von ihnen. Herbivore werden daher häufig nur im weiteren Sinne zu den Räubern gezählt (im weiteren Sinne verstanden als "Räuber ernährt sich von Beute").

Können auch Pflanzen Prädatoren sein?
Prädatoren können sowohl Tiere als auch Pflanzen (carnivore, also fleischfressende Pflanzen) sein.

Nach welchen Kriterien können Prädatoren unterschieden und Gruppen zugeordnet werden?
Prädatoren kann man nach ihrer Jagdstrategie und danach, ob sie allein oder in Gruppen jagen, einteilen:

Prädatoren verfolgen unterschiedliche Jagdstrategien
Im Hinblick darauf, wie die Beute von Prädatoren "gefunden" wird, werden 2 grundlegende Jagdstrategien unterschieden: 1. Ansitzjäger (engl.: sit-and-wait-predators) und 2. Suchjäger. Typische Ansitzjäger sind Krokodile, die warten, bis sich eine Beute ihnen nähert. Ein zentraler Vorteil dieser Strategie ist, dass sie relativ wenig Energie benötigt. Das Suchen der Beute hingegen erfordert deutlich mehr Energie.

Prädatoren jagen allein oder in der Gruppe
Prädatoren können allein ihre Beute jagen oder gemeinsam in der Gruppe. Dementsprechend unterscheidet man
1. solitäre Jäger und 2. Gruppenjäger. Jagen Tiere zusammen, müssen die aus der gemeinsamen Jagd entstehenden Nachteile durch die Vorteile wettgemacht bzw. übertroffen werden. Vorteile der gemeinsamen Jagd können sein: Mehrere Prädatoren können größere und wehrhaftere Tiere überwältigen, die Erfolgsrate ist insgesamt höher als bei der alleinigen Jagd.




Siehe auch unter:


Prädatismus
Räuber-Beute-Verhältnis
samen Samen
Volterra-Regeln


Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 07.03.2013



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