Biologielexikon

Ribosomen (engl. ribosomes)
Ribosomen sind sehr kleine (nur elektronenmikroskopisch erkennbare) rundliche Körperchen im Zytoplasma der Zelle. An den Ribosomen werden die von der Zelle benötigten Proteine synthetisiert - Ribosomen sind gewissermaßen die "Proteinfabriken" der Zelle. Die Bildung eines Proteins erfolgt anhand des in der mRNA vorgegebenen "Bauplans".
Ribosomen setzen sich aus einer größeren und einer kleineren Untereinheit zusammen (ihre Gestalt ähnelt dann, stark vereinfacht formuliert, etwas einem "Hamburger" mit Ober- und Unterseite ). Allerdings lagern sich die beiden Untereinheiten erst zu Beginn der Translation zusammen, d. h. erst dann, wenn sich eine mRNA anlagert, deren Information in ein Protein übersetzt werden soll. Ein Ribosom besitzt eine mRNA-Bindungsstelle und drei tRNA-Bindungsstellen. Diese Bindungsstellen werden als P-Stelle, A-Stelle und E-Stelle bezeichnet.

Die Ribosomen der Eukaryonten sind größer als die der Prokaryonten. Das Ribosom der eukaryontischen Zelle setzt sich aus zwei Untereinheiten von 40S und 60S zusammen. Da die Werte der Svedberg-Einheit (abgekürzt S)* nicht einfach addiert werden, hat das vollständige Ribosom (aus den Untereinheiten 40S und 60S) 80S. Das Ribosom einer prokaryontischen Zelle setzt sich aus zwei Untereinheiten mit 30S und 50S zusammen, das gesamte Ribosom hat 70S.
Ribosomen bestehen aus rRNA und Proteinen, und zwar zu ca. 40% aus rRNA und zu ca. 60% aus Proteinen.
Ribosomen befinden sich entweder frei im Zellplasma oder sind an den Wänden des ERs hintereinander aufgereiht (raues ER).
Sind mehrere Ribosomen an eine mRNA angelagert, spricht man von einem Polyribosom bzw. Polysom.
Der Bildungsort der Ribosomen ist bei Eukaryonten der Nucleolus.

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* S steht für Svedberg-Einheit, benannt nach dem schwedischen Chemiker Svedberg; S ist ein Maß für die Sedimentationsgeschwindigkeit von kleinen Teilchen in der Ultrazentrifuge.





Siehe auch unter:

Proteinbiosynthese
Zellorganellen

Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 30.05.2015



© Michael Koops www.biologie-lexikon.de 2016
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