Biologielexikon

survival of the fittest ("Überleben der Passendsten bzw. Geeignetsten")
Von Herbert Spencer im 19. Jahrhundert geprägter Ausdruck, der prägnant die Wirkungsweise der natürlichen Selektion zusammenfassen soll. Leider hat dieser Ausdruck vielfach zu Missverständnissen und Verwirrung geführt. Zumeist entstehen zwei fehlerhafte Vorstellungen, die im Folgenden kurz korrigierend erläutert werden:

1. Das Überleben eines Lebewesens an sich hat aus Sicht der Evolution zunächst keinerlei Bedeutung. Es erhält nur dann Bedeutung dann, wenn es die Fortpflanzung (genauer: die Fitness) erhöht. Ein Lebewesen, das viele Nachkommen innerhalb einer sehr kurzen Lebenszeit hervorbringt, kann eine höhere Fitness besitzen als ein Artgenosse, der sehr lange lebt, aber weniger Nachkommen zeugt.

2. Der Begriff "Fitness" hat hier nichts mit körperlicher Fitness zu tun. Das bestangepasste Individuum ("Überleben der Passendsten") im Sinne der Evolution ist nicht zwangsläufig das kräftigste, schnellste, gesündeste oder auch mutigste Wesen. Ängstliche, wenig sportliche Tiere gehen unter Umständen weniger Risiken ein und können so schließlich mehr Nachkommen haben. Im Sinne der Evolution wären diese "Angsthasen" dann fitter als ihre Artgenossen.




Siehe auch unter:

Art
direkte Fitness
Gesamtfitness
Soziobiologie

Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 09.05.2013


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