Biologielexikon

wechselwarme Tiere (poikilotherme Tiere, "Kaltblüter")
Wechselwarme Tiere sind Tiere, deren Körpertemperatur prinzipiell von der Umgebungstemperatur abhängt (z. B. haben Fische die Temperatur des sie umgebenden Wassers). Wechselwarme Tiere besitzen also bei schwankender Umgebungstemperatur eine wechselnde Körpertemperatur. Bei geringen Schwankungen der Umgebungstemperatur, wie z. B. in der Tiefsee, herrschen aber auch bei wechselwarmen Tieren relativ konstante Körpertemperaturen vor.
Wechselwarme Tiere erzeugen selbst nur nur relativ wenig Wärme und geben diese rasch an ihre Umgebung ab. Einige wechselwarme Tiere sind allerdings in der Lage, ihre Körpertemperatur kurzfristig zu erhöhen, so können z. B. Insekten durch Muskelaktivität ihren Körper "aufheizen".

Die meisten auf der Erde lebenden Tiere sind wechselwarme Tiere. Zu den wechselwarmen Tieren gehören neben den Fischen auch Insekten, Reptilien und Lurche (Amphibien). Obwohl Säugetiere grundsätzlich zu den gleichwarmen (homoiothermen) Tieren gehören, gibt es auch hier ein wechselwarmes Tier: die Nacktmulle.

Wechselwarme Tiere sind gegenüber zu hohen und zu niedrigen Temperaturen grundsätzlich unterschiedlich tolerant.
Sind wechselwarme Tiere zu hohen Temperaturen ausgesetzt (d. h. für viele wechselwarme Tiere mehr als 40 Grad Celsius), fallen sie in eine Wärmestarre: der Stoffwechsel wird gestört und sämtliche Aktivität kommt zum Erliegen. Eine solche Wärmestarre verursacht nicht rückgängig zu machende (irreversible) Schäden, sodass die Wärmestarre schließlich in den Wärmetod übergeht. Der Fisch mit der höchsten Hitzetoleranz ist ein Zahnkarpfen (Cyprinodon diabolus) von weniger als 200 Gramm Gewicht, der in den warmen Quellen Kaliforniens und Nevadas lebt: Er stirbt erst bei einer Temperatur von 43 Grad Celsius.
Die Bezeichnung "Kaltblüter" für wechselwarme Tiere ist nicht ganz treffend, da z. B. das Blut einer Eidechse in der heißen Mittagssonne wärmer werden kann als z. B. das des Menschen.





Siehe auch unter:

Wärmetod
Winterstarre
homoiotherme Tiere (gleichwarme Tiere)


Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 14.06.2015


© Michael Koops www.biologie-lexikon.de 2016
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