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Warum schimmelt Säure?

#1
Hallo Zusammen,
folgende Frage beschäftigt mich:
Um Messing von chemischen Brandresten und Schmieröl zu reinigen, nehme ich eine Lösung, bestehend aus ca. 10 Teelöffel Citronensäurepulver (wie zum entkalken) und 4l Wasser. Da ich die Lösung öfter nutzen möchte, habe ich diese nach Gebrauch in ein wasserdichtes Kunsttofffässchen unter Verschluss aufverwahrt. Bis jetzt ist jedoch jedesmal, nach ca. einen Monat lagern, die überraschung geschehen. Es schwimmt Schimmel in der Säure. Am Boden abgesetzt so wie an der Oberfläche treibend. Ich habe vor der Säure diese Arbeit mit Badreinigern und ähnlichen biologisch eher unbedenklichen Mitteln durchgeführt und diese Lösung so lange aufheben können, wie ich wollte.
Wieso schimmelt der Schmutz in Säure und nicht im Reiniger? Es werden nur chemische Substanzen (Öl und Pulverrückstände NC Pulver) im Ultraschallbad abgewaschen, bei 60°C.
Ich wäre dankbar, wenn ich darauf eine Erklärung erhalte, bevor ich die Lösungen einfriere.

Vielen Dank im Voraus.
 

Joffi

Moderator
Moderator
#2
Es geht hier weniger darum, dass es eine Säure ist, als vielmehr darum, dass Du da eine schöne Citrat-Lösung herstellst. Citrat ist ja nun ein Träumchen zum Verstoffwechseln und da sagt der ein oder andere Pilz herzlich Danke :)
 
#3
Vielen vielen Dank für die Antwort.
Gibt es ein Mittelchen, welches die Umwelt nicht schädigt und doch die Keime einbremst?
 

Joffi

Moderator
Moderator
#4
Das ist nicht ganz leicht, weil sowohl Bakterien als auch Pilze an Citrat-Lösungen gehen und Du damit recht universell wirksame Biozide bräuchtest. Die sind immer umweltschädlich (und einige vertragen sich auch nicht mit Deinem sauren pH). Einfachste Lösung wäre einfrieren oder zumindest im Kühlschrank aufbewahren, das sollte die Lebensdauer schon deutlich erhöhen.
Gibts denn einen guten Grund, nicht zu den Badreinigern und ähnlichen Tensiden zurückzukehren? Deine Anwendung klingt nach Büchsenmacherei oder ähnliches, da brauchst Du doch eigentlich nicht zwingend was Saures oder?
 

Segler

Säugetier: Eutheria
#5
Hallo Zusammen,
folgende Frage beschäftigt mich:
Um Messing von chemischen Brandresten und Schmieröl zu reinigen, nehme ich eine Lösung, bestehend aus ca. 10 Teelöffel Citronensäurepulver (wie zum entkalken) und 4l Wasser. Da ich die Lösung öfter nutzen möchte, habe ich diese nach Gebrauch in ein wasserdichtes Kunsttofffässchen unter Verschluss aufverwahrt. Bis jetzt ist jedoch jedesmal, nach ca. einen Monat lagern, die überraschung geschehen. Es schwimmt Schimmel in der Säure. Am Boden abgesetzt so wie an der Oberfläche treibend. Ich habe vor der Säure diese Arbeit mit Badreinigern und ähnlichen biologisch eher unbedenklichen Mitteln durchgeführt und diese Lösung so lange aufheben können, wie ich wollte.
Wieso schimmelt der Schmutz in Säure und nicht im Reiniger? Es werden nur chemische Substanzen (Öl und Pulverrückstände NC Pulver) im Ultraschallbad abgewaschen, bei 60°C.
Ich wäre dankbar, wenn ich darauf eine Erklärung erhalte, bevor ich die Lösungen einfriere.

Vielen Dank im Voraus.
Ein klassisches Fungizid, das im Weinbau eingesetzt wird und selbst im biologisch-organischen Weinbau zulässig ist, das ist Kupfersulfat, Es reichen geringste Mengen, die als Ezymblocker auf die Pilzsporen wirken. Verträglichkeit mit Messing? (Rexoxreaktion mit dem Zinkanteil im Messing?) - einfach mal an einem Probestück Messingblech ausprobieren!
 

Andrea

Säugetier: Eutheria
#6
Kupfersulfat ist NICHT umweltfreundlich - im Gegenteil es ist als "umweltgefährdend" gekennzeichnet. Im Weinbau wurde es früher verwendet, aber heutzutage nimmt man Kupfersalze eigentlich nicht mehr her, eben weil der Boden dadurch belastet wird. Kupfersulfat gehört definitiv nicht in den normalen Abfluss!
Ich sehe das wie Joffi: wieso denn nicht einfach Tenside verwenden? Evtl funktionieren auch so Reinigungstabletten, wie man sie für die Reinigung von WC und Co verwendet.
 

Segler

Säugetier: Eutheria
#7
Kupfersulfat ist NICHT umweltfreundlich - im Gegenteil es ist als "umweltgefährdend" gekennzeichnet. Im Weinbau wurde es früher verwendet, aber heutzutage nimmt man Kupfersalze eigentlich nicht mehr her, eben weil der Boden dadurch belastet wird. Kupfersulfat gehört definitiv nicht in den normalen Abfluss!
Ich sehe das wie Joffi: wieso denn nicht einfach Tenside verwenden? Evtl funktionieren auch so Reinigungstabletten, wie man sie für die Reinigung von WC und Co verwendet.
Hallo Andrea,

ich denke, über die Umwelttoxizität von Kupfersulfat und freien Cu++ Ionen im Allgemeinen müssen wir nicht reden, da spricht schon das SDB eine klare Sprache. Aber wie schon Paracelsus wusste: "Sola dosis facit venenum". Cu-Spritzbrühe ist in EU (siehe Link) tatsächlich im Öko-Landbau in begrenzten Mengen zugelassen.

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:250:0001:0084:DE:PDF Seite 37, Punkt 6

Viele Grüße

Matthias
 
zuletzt editiert:

Andrea

Säugetier: Eutheria
#8
Dennoch sollte man nicht empfehlen, hier Kupfersulfat zu verwenden, wo es doch dafür 1. nicht notwendig und 2. auch nicht wirklich geeignet ist. Es gibt andere Mittel, die besser wirken und unschädlich(er) sind für die Umwelt.
 
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