Biologielexikon

Inzest (engl. incest)
Unter dem Begriff Inzest versteht man Geschlechtsverkehr unter genetisch eng verwandten Individuen, z. B. zwischen Mutter und Sohn, Bruder und Schwester. Im Deutschland gehören zu den genetisch eng verwandten Individuen all die Menschen, die durch unmittelbare gemeinsame Abstammung 25 % oder mehr gemeinsame Gene aufweisen. Das Risiko für das Auftreten genetisch bedingter Erkrankungen ist beim Geschlechtsverkehr unter genetisch eng verwandten Personen deutlich erhöht. Hintergrund hierfür ist, dass bei den Nachkommen ein hohes Risiko dafür besteht, dass seltene krankmachende oder letale rezessive Gene aufeinander treffen (bei Nichtverwandten besteht dagegen eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass die betreffenden rezessiven Gene bei den Nachkommen zusammenkommen).

Beim Menschen existieren Verhaltensweisen zur Inzestvermeidung (siehe z. B. unter Westermarck-Effekt). Eine Inzestvermeidung tritt offenbar auch im Tierreich auf, z. B. bei Primaten.





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Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 07.01.2013



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