Maulwurf
Der Maulwurf gehört zur Familie der Talpidae (lat. Maulwürfe). Er ist ein (weitgehend) unterirdisch lebendes Säugetier. Er legt unter der Erde ein kompliziertes Nest- und Gangsystem an, in dessen Zentrum sich ein mit Pflanzenmaterial (Laub, Gras, feinen Wurzeln) gepolsterter Nestkessel befindet. Das unterirdische System dient a) dem Aufenthalt des Maulwurfs und b) dem Beutefang. Die Gänge des Maulwurfs sind im Querschnitt oval.

Der Körperbau des Maulwurfs zeigt deutliche Anpassungen an die unterirdische Lebensweise, er besitzt

- einen gedrungenen, walzenförmigen Rumpf,
- ein kurzes, samtartig glattes Fell von zumeist dunkelbrauner Farbe ohne Strich (d. h., es wächst nicht in eine bestimmte Richtung),
- zu Grabschaufeln umgebildete Vorderfüße,
- ein Stummelschwanz von nur 2,5 bis 3,5 cm mit empfindlichen Sinneshaaren,
-keine Ohrmuscheln, aber ein sehr gut entwickeltes Gehör,
-sehr kleine, im Fell versteckt liegende Augen (mit seinen kleinen, kaum sichtbaren Augen kann der Maulwurf lediglich Hell und Dunkel unterscheiden),
- eine rüsselartig verlängerte, zugespitzte Nase (die das Hauptsinnesorgan des Maulwurfs ist).

Maulwürfe (lat. Talpidae) leben als Einzelgänger, nur zur Paarung treffen Weibchen und Männchen aufeinander. Ein- bis zweimal bekommt das Weibchen 2 bis 7 Junge, die nackt und blind zur Welt kommen. Das Weibchen kümmert sich allein um den Nachwuchs.
Maulwürfe ernähren sich von verschiedenen wirbellosen Tieren (nicht von Pflanzen!), unter anderem von Insekten, Insektenlarven (z. B. Engerlingen), Spinnentieren, Regenwürmern, Asseln, Tausendfüßlern und Schnecken.
Das Insektenfressergebiss des Maulwurfs umfasst insgesamt 44 Zähne.
Das Gewicht des "Europäischen Maulwurfs" (lat. Talpa europaeus) beträgt ca. 80 bis 120 g, die Körperlänge höchstens 17 cm; die Männchen sind größer als die Weibchen. Die Lebensdauer liegt bei ca. 3 bis 4 Jahren.
Maulwürfe sind das ganze Jahr über aktiv (sie halten keinen Winterschlaf). Etwa alle 24 Stunden muss der Maulwurf ca. 100 g Nahrung (also etwa so viel, wie er selbst wiegt).
Für den Winter legen Maulwürfe sich einen Nahrungsvorrat an, der zum Großteil aus Regenwürmern besteht und über tausend Regenwürmer umfassen kann. Die Regenwürmer werden durch einen Biss gelähmt und so am Fortkriechen gehindert: der Maulwurf hat so andauernd "frische" Nahrung zur Verfügung.






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Literatur:


Internet:



Letzte Aktualisierung: 06.01.2012





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