Biologielexikon

Blutzuckerspiegel (Blutglucosespiegel, Blut-Glucose-Konzentration)

Was gibt der Blutzuckerspiegel an?

Der Blutzuckerspiegel (bzw. der Blutglucosespiegel) gibt an, wie viel Glucose (Traubenzucker) sich im Blut befindet. Der Blutzuckergehalt (die Glucosekonzentration im Blut) beträgt beim Menschen normalerweise zwischen 0,8 und 1 g pro Liter. Bei einer Gesamtmenge von 5 Litern Blut wären dies zwischen 4 bis 5 g Glucose. Der Zucker bzw. die Glucose im Blut ist der wichtigste Energieträger-bzw. Energielieferant für die Zellen des Körpers.

Wodurch wird der Blutzuckerspiegel reguliert?
Der Blutzuckerspiegel wird im Wesentlichen durch zwei Hormone geregelt, und zwar durch die Hormone Insulin und Glucagon. Diese beiden Hormone agieren im Körper als Gegenspieler (Antagonisten): Insulin senkt den Blutzuckerspiegel ab, Glucagon hebt ihn an - und im Zusammenspiel bewirken sie, dass der Blutzuckerspiegel innerhalb bestimmter Grenzen konstant gehalten wird. Nur so wird sichergestellt, dass die Zellen des Körpers weder zu wenig noch zu viel Energie erhalten.
Grundsätzlich gilt: Der Blutzuckerspiegel - und damit die Bereitstellung von Energie für die Zellen - muss innerhalb bestimmter Grenzen konstant gehalten werden.

Wie wird der Blutzuckerspiegel bei ungleichmäßiger Nahrungszuführ konstant gehalten?
Da Lebewesen nicht fortlaufend in genauer dosierter Menge Nahrung zu sich nehmen und dem Körper neuen Zucker zuführen können, gibt es eine Art körpereigenen Speicher: Glucose wird in der Leber und im Muskel in der Form von Glykogen gespeichert. Glykogen ist also eine Speicherform für Glucose, und die Leber ist eines der wichtigsten Glucose speichernden Organe. Kommt es nach der Nahrungsaufnahme zu einem Blutzuckerüberschuss, wird dieser Zucker dem Blut entnommen, indem Glykogen und damit ein Depot für Glucose aufgebaut wird. Sinkt der Blutzuckerspiegel, wird Glykogen rasch wieder abgebaut und Glucose ins Blut abgegeben.

Was geschieht, wenn die Muskeln mehr Energie benötigen?

Wird infolge erhöhter körperlicher Anstrengung von der Muskulatur mehr Zucker benötigt, sinkt zunächst der Blutzuckerspiegel. Der erhöhte Bedarf an Glucose führt dazu, dass Glykogen rasch wieder abgebaut und Glucose aus der Leber ins Blut abgegeben wird. Durch die verstärkte Zuckerproduktion wird der Blutzuckerspiegel konstant gehalten.

Wie lange reicht der Glykogen-Speicher des Körpers?
Die Glykogen-Speicher reichen nur für ca. 12 bis 24 Stunden. Nimmt ein Organismus über längere Zeit zu wenig Nahrung auf, dann werden auch Fett und Eiweiß abgebaut - denn sowohl aus Fett als auch aus Eiweiß kann der Organismus kleinere Mengen von Glucose herstellen.





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Literatur:


Internet:


Letzte Aktualisierung: 15.03.2013



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